Unberührtes Pear Island

Diese Insel war wirklich nicht gross. Ohne Gehölz wäre es für die Gruppe ein leichtes gewesen, binnen Minuten die ganze Insel abzusuchen. Doch da es eben doch recht viele Bäume auf den paar Quadratmetern gab, wurde es eine doch etwas längere Angelegenheit.

Interessant war dabei, der Besitzer hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, seine Ausrüstung nennenswert zu verstecken. In grossen Kisten war das Equipment verstaut und die unter ein paar Steinen halbherzig versteckt. Doch musste man auch bedenken, niemand verirrte sich auf dieses unnütze Fleckchen mitten im Atlantik. Genau genommen war es eigentlich sogar ein recht geniales Verstecke und prinzipiell hätte er auch gleich alles aufgebaut lassen können ohne befürchten zu müssen, irgendwann erwischt zu werden.

Okay. Dieses Versteck war also recht schnell gefunden, aber deshalb war die Gruppe nicht hier. Akribisch fingen sie an den Boden zu untersuchen, schlichen zwischen den Bäumen umher und hofften, den entsprechenden Hinweis zu finden. Doch selbst dort, wo sie direkt über dem Roboter stehen mussten, war alles so, wie man es erwarten würde. Nicht einmal irgendein merkwürdig geformter Stein, oder sonst etwas was mit super viel Wunschdenken als ein Symbol hätte ausgelegt werden können. Nichts, da war einfach nichts!

»Also irgendwie glaube ich ja, wir sind auf dem Holzweg!«

»Keines Wegs, lieber Rock. Der Boden besteht aus Stein, nicht aus Holz!«

Rock schaute zu Donald.

»Will der mich verarschen?«

»Nee. Waldi hat einen leichten Asperger und das ist so seine Art. Einfach ignorieren, er meint es definitiv nicht böse!«

»Sie haben aber keine solche Störung, oder Mario?«

Mario schaute zu Rock, zu Waldi, dann wieder zu Rock.

»Nö. Ich bin nur schwul.«

Rock schaute ertappt. Er verstand Marios Wink, Waldemars Asperger nicht als Störung zu bezeichnen. Auch wenn es im Prinzip eine war, machte es aus Waldemar auch einen richtig schlauen und effizienten Denker.

»Bleiben wir doch mal sachlich und nüchtern. Wir stehen hier auf Pear Island, theoretisch genau über dem Roboter, der 60 Meter oder mehr unter uns sein müsste. Aber hier ist nichts! Nicht einmal etwas was darauf vermuten lassen würde, dass hier mal etwas war! Ergo, hier ist nichts! Was wollen wir machen? Hier auch anfangen zu graben? Wegen einem Schacht? Ja, er ist interessant, ja, er wird erwähnt. Aber wir haben ja schon die Vermutung geäussert, dass er überhaupt nichts mit dem Moneypit zu tun hat und demzufolge würde ich sagen, wie lassen es jetzt so wie es ist und wenn der Moneypit und die Lösung für das Geheimnis von Isla Oak gefunden ist, können wir uns ja hier rum kümmern. Aber bis dahin sollten wir dieses Vorhaben beenden.«

Monty konnte sehen, dass seine Rede nicht bei jedem in der Gruppe gut ankam. Aber eigentlich hatte er Recht und das wussten alle. Es würde einen immensen Aufwand bedeuten, auf Pear Island zu bohren und selbst eine Abtastung klang fast schon übertrieben teuer. Zumal, auf Isla Oak gab es wenigstens einen Mythos, auf Pear Island gab es nichts, ausser einem Drogenlabor. Doch Waldemar hatte da eine Idee.

»Es gäbe noch eine Möglichkeit, wie man den Schacht noch besser untersuchen könnte!«

Natürlich provozierte das neugierige Blicke.

»Dann erklär mal Waldi, wir sind gespannt!«

»Nun, mein Freund Donald, die liebe Elena hat die entsprechende Grösse, um den ganzen Weg entlang zu kriechen. Es sollte auch genug Platz sein, damit sie sich umdrehen kann. Meiner Meinung nach sollten wir diese Möglichkeit in Betracht ziehen, um auch eine menschliche Begehung der Untersuchung hinzufügen zu können. Wenn, dann kann ein Mensch noch am Besten Details entdecken!«

»Waldi, komm schon! Du willst Elena da rein schicken?«

»Aber natürlich mein lieber Perry! Sie ist die Einzige mit der entsprechenden Statur.«

»Waldi? Risiko und so?«

»Aber, aber lieber Perry! Welches Risiko? Ich habe mir durchgehend die Struktur der Wände und Decken angeschaut und da besteht keine Einsturzgefahr!«

»Ach ja? Woher willst du das wissen?«

»Nun, mein lieber Freund, die Wände und Decken sind glatt und weisen nicht einmal kleinste Risse auf. Egal wer die Schächte gebaut hat, hat auf ihre Haltbarkeit grössten Wert gelegt. Ich halte es für äusserst unwahrscheinlich, dass hier irgendeine Gefahr besteht!«

»Darauf schliesst du, weil die Wände glatt sind?«

»Korrekt! Berücksichtigt man die Zeit, dann müssten irgendwelche Spuren von Verwitterung zu sehen sein. Doch sieht es aus, als wäre alles nagelneu. Das bedeutet, die Wände bestehen nicht aus dem umgebenden Material und das macht sie entsprechend widerstandsfähig.«

Zur Überraschung aller fing Pascal an langsam in die Hände zu klatschen.

»Ich bin beeindruckt! Niemand hat sich die Mühe gemacht, nach dem offensichtlichsten zu schauen. Nur Waldemar ist es nicht entgangen!«

»Ach, deshalb machst du die ganze Zeit hier den stillen Beobachter. Wäre es nicht einfacher gewesen uns zu sagen, was du die ganze Zeit meinst?«

»Klar wäre das schneller gegangen, aber ich spiele doch hier nicht Komplettlösung! Phillip, ihr müsst schon ein bisschen eure grauen Zellen anstrengen, wenn ihr was erreichen wollt!«

»Ach jetzt mach aber mal einen Punkt! Du machst ja gerade so, als wäre die Erkenntnis der Stein der Weisen! Spätestens wenn irgendwer da weiter rein gekrabbelt wäre, hätte man es ja wohl gemerkt!«

»Ja, spätestens! Aber eben, euch scheint es nicht aufgefallen zu sein, obwohl es mehr als offensichtlich war. Ihr habt euch sogar diese Symbole angeschaut und habt es nicht gemerkt. Das ist schon ein wenig peinlich!«

»Dann sag du mal, Herr Klugscheisser aka Komplettlösung. Ist es sicher, Elena in diese Schächte zu lassen?«

»Hmm. Soll ich euch das jetzt verraten? Ach was, einmal geht. Ja, ist sicher! Also …«

Ohne ersichtlichen Grund nahm Pascal sein Handy, tippte eine Nachricht und schickte sie ab.

»Also, wenn Elena das mitmachen möchte, dann kann sie es gerne tun!«

Dieses kleine Zwischenspiel schien die Jungs jetzt mehr zu interessieren, als die Frage nach Elenas Sicherheit in diesem Schacht.

»Was genau war das denn gerade?«

»Nur eine Nachricht Mario.«

»Eine Nachricht? So mitten im Gespräch, ohne dass du eine Nachricht bekommen hast?«

»Ach ja, ihr kennt mich doch. Was soll ich da erklären?«

»Zum Beispiel, was du da schreibst und an wen!«

»Wenn das irgendwie hilfreich ist Mario, ich habe Katja geschrieben!«

Natürlich wurde Perry da neugierig.

»Was schreibst du so unvermittelt meiner Freundin?«

Der Blick von Pascal sprach Bände. Perry war sich auf einmal nicht mehr sicher, ob er die Antwort wirklich wissen wollte, denn es war keine Frau greifbar und er hatte keine Lust sich in die Hose zu spritzen. Aber, der Geist war schon aus der Flasche.

»Ich habe ihr nur gesagt, dass sie ihr Vorhaben ruhig durchführen kann.«

»Was denn für ein Vorhaben und woher weisst du, was sie gerade macht?«

Phillip fing an zu grinsen und auch Derrick war amüsiert.

»Vergiss es Perry. Er hat das noch nie jemandem gesagt und wird bei dir nicht anfangen.«

»Aber, aber Phillip! Ich habe es schon dutzende Male gesagt, aber mir glaubt nie jemand!«

»Weil du einem immer wieder die Story vom Dämon erzählst!«

»Ja, genau!«

»Ruhe jetzt! Was hat sie vor?«

»Ach, sie ist nur gerade unterwegs zu einem kleinen, geheimen Ort. Dort kommen Frauen hinter eine Trennwand. Alles ab der Hüfte aufwärts ist hinter der Wand und was man mit dem Rest macht, sollte dir klar sein, oder?«

Perry schluckte und sein Schwanz drückte brutal in der Hose.

»Aber, aber doch mit Schutz, oder?«

»Perry, hätte ich sonst gesagt, dass es okay geht? Mach dir keine Sorgen! Katja wird sich dort nichts einfangen, ausser jede Menge Orgasmen und viel, was sie dir hinterher erzählen kann. Also keine Panik, alles gut!«

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