Zwischenzeitlich in New Apple

Während die Jungs auf Isla Oak zu tun haben, verlangt es die Mädels nach einer Pause. Es war schon Mittag und in der Zwischenzeit war das Spiel wirklich anstrengend geworden. Elena hatte dabei ein echtes Problem. Wann auch immer sie aktiv werden musste, sie dachte fast nur an Waldemar und das machte sie so traurig, dass ein Kerl sogar fast in ihr steckengeblieben wäre. Dabei ging sie eigentlich ja davon aus, so etwas sei ein Mythos. Doch ohne Gummi wäre das womöglich zu einer wirklich lustigen Geschichte zum erzählen geworden.

Die Planung für den weiteren Tag sah vor, erst einmal eine Stärkung im McFly, dann in Amys Wohnung und falls er schon wieder fit war, Rasmus vernaschen. Wenn nicht, dann würde es etwas werden, was die Mädels zwar in vielen Filmen schon gesehen, aber selbst noch nie erlebt hatten. Eine Pyjama-Party! Wobei, keine der Damen hatte einen Pyjama, also würde es eine Unterwäsche-Party werden.

Im McFly schaute sich Amy um.

»Könnt ihr euch vorstellen, dass ich mal hier gearbeitet hab?«

Tatsächlich fiel es Katja und ihren Freundinnen schwer, sich das vorzustellen. Amy, die Power-Frau der immer alles gelang, sollte hier gearbeitet haben? Nein, so viel Fantasie hatte keines der Mädels. Aber auch Rebekka und Janine fiel es nicht besonders leicht, es sich wirklich vorzustellen. Sie wussten es natürlich, da es Amy damals schon gesagt hatte, aber so wirklich dran glauben konnten auch sie nicht.

»Irgendwie ja nicht!«

»Ich kann es eigentlich selbst nicht wirklich glauben Alexis. War ja auch nicht lange, weil der Chef schnell spitz hatte, dass ich ihn wegen meiner Person angelogen hatte. Aber egal, so bin ich dann ins Hot-Shots gekommen und das war ja ein echter Glückstreffer!«

Das schürte eine Frage in Claudia.

»Erklär mit mal. Du hast so viel Geld, dass du gar nicht weisst wohin damit. Was du mit den Mädels da anfasst wird zu Gold und dennoch arbeitest du gerne als Bedienung?«

»Was stört dich daran Claudia?«

»Was mich daran stört? Also ich für meinen Teil kann mir nicht vorstellen, freiwillig zu kellnern!«

»Konnte ich mir damals eigentlich auch nicht. Ich hatte damit zwar keine Berührungsängste, aber wenn du es gewohnt bist, dein eigener Chef zu sein, dann ist das schon eine Umstellung. Aber das war ja auch Pascals Ziel. Ich sollte mich selbst finden und das ist ja dann auch gelungen. Damals war ich das erste Mal auf mich alleine gestellt und soll ich dir was sagen? Körperlich zu arbeiten ist wirklich etwas erholsames!«

Janine musste lachen.

»Wir hatten damals ja gewettet, dass du erst als Nutte wirklich Geld verdienst!«

Rebekka rammte Janine den Ellenbogen in die Rippen, so dass sie aufhörte zu lachen und sich über Schmerzen beklagte.

»Hat du einen Stich? Was hab ich dir getan?«

»Was du getan hast? Wir haben abgemacht, dass wir das Amy niemals erzählen!«

»Ihr seit aber auch echt super Freunde, da kann man echt nicht meckern!«

»Ja was denn? Du hast doch selbst immer gesagt, bevor du nach Neunburg gezogen bist hast du nicht wirklich was gemacht.«

»Aber ich hab was gemacht! Ich bin nicht aus Zucker!«

»Jetzt beruhig dich! Wir wissen ja mittlerweile, dass du auch so einen Job glänzend durchziehen kannst!«

»Toll. Aber erst denken, ich tauge nur zur Nutte!«

»Nicht nur! Mensch Amy, jetzt stell dich mal nicht so an! Du bist eben im Bett ein echtes Monster und hättest im Handumdrehen Kohle gehabt!«

»Gut, da hast du natürlich Recht Rebekka. Im horizontalen Gewerbe würde ich mehr Geld verdienen als ihr Beide zusammen!«

Katja verschluckte sich fast an ihrem Essen. Diese Aussage würde Konsequenzen nach sich ziehen. Wie Katja die Mädels mittlerweile kannte, war es nicht nur eine Aussage, sondern gleichzeitig auch eine Herausforderung und so etwas wurde in aller Regel ja sofort angenommen. Dabei fiel Katja auch ein, da war doch mal die Rede von Challenges! Wo Veronika aufgetaucht und einfach gewonnen hatte. Wieso waren die eigentlich so klanglos untergegangen?

»Das glaubst du doch wohl selber nicht! Wenn jemand den radikalen Reibach machen würde, dann ja wohl ich!«

Janine bestätigte Katjas Vermutung. Sie würden sich jetzt noch ein bisschen anstacheln und in kürzester Zeit eine Wette formulieren.

»Du? Wieso gerade du?«

»Weil ich klein und knuffig bin und zudem die dicksten Möpse hab!«

»Okay, aber wenn es nach Äusserlichkeiten geht, müsste ich ja die Nase vorne haben, insofern Waldi mit seiner Ansicht Recht hat!«

Alle schauten zu Elena. Das von ihr ein Kommentar kam, damit hatte wohl keiner gerechnet.

»Wie kommst du jetzt auf das schmale Brett?«

»Ganz einfach Janine! Laut Waldemar habe ich perfekte Proportionen und darauf sollte eigentlich geachtet werden!«

»Also jetzt hört mal! Wenn überhaupt, dann würde ich hier gewinnen!«

Die Blicke wechselten zu Alexis.

»Wer hat denn hier die Null gewählt?«

»Ja was Amy? Ich bin doch wohl der Hammer und meine Proportionen sind auch sehr gut, nur dass ich zudem eben auch ordentliche Hupen hab!«

»Boah! Schluss jetzt mit dem gezicke! Wir wissen doch alle, wo das hin läuft und deshalb, jede zieht jetzt los und wir treffen uns um acht Uhr in Amys Wohnung! Wer am Meisten Geld dabei hat hat gewonnen!«

Nun ruhten alle Blicke auf Katja. Sie war ohnehin schon mächtig scharf, weil sie schon seit dem Morgen eine echte Bitch war. Nun das ganze noch mit der Wette zu krönen, wer denn hier die beste Nutte war, alleine das reichte schon fast für einen Orgasmus. Wenn sie dann noch daran dachte, dass sie das ja auch alles noch Perry erzählen musste und wie der dann wohl reagieren würde, oh ja, es würde ein Hit werden!

»Also wie jetzt? Jeder macht mit?«

Amy schaute die Mädels nacheinander an und jede nickte.

»Cool, dann machen wir es, wie Katja es gesagt hat. Jede zieht los und wer um acht Uhr das Meiste Geld verdient hat, hat gewonnen!«

»Gut. Was kriegt der Gewinner?«

Amy schaute zu Rebekka. Dummerweise hatte sie überhaupt keine Ahnung, um was da eigentlich gewettet wurde.

»Kein Plan!«

»Oh, was seit ihr denn so unkreativ? Der Gewinner hat bei jedem Verlierer einen Wunsch frei, ganz einfach!«

»Egal was Elena?«

»Egal was Janine!«

Kurzes tauschen der Blicke, dann wurde genickt.

»Also, abgemacht! Möge die beste Muschi gewinnen!«

»Werde ich Amy, dass werde ich!«

»Na, du bist ja gar nicht von dir überzeugt Claudia!«

»Genau, zumal ich dir schon oft genug die Kerle weggeschnappt habe!«

»Das war aber was anderes Katja! Warte nur ab, ich habe am Ende am Meisten dabei!«

Schon kurz darauf verliessen die Mädels das McFly und machten sich in verschiedene Richtungen auf den Weg. Das eigentliche Problem an der Sache war, es war noch recht früh am Tag und da waren noch nicht ganz so viele Kerle aus der Suche nach einem schnelle fick. Aber gut, da konnte man dennoch mit arbeiten!

Alexis hatte prinzipiell natürlich Heimvorteil. Auch wenn sich Amy recht gut in New Apple auskannte, Alexis war hier aufgewachsen und wusste ganz genau, was wo wie und wann zu finden war. Von oben betrachtet hätte sich das deutlich gezeigt. Während ausser Alexis alle in Richtung Park liefen, ging Alexis in die Gegenrichtung und suchte dort ein eigentümliches Eckchen auf. Eine lange Strasse, die am Ende in einem runden Platz mündete, um den herum Häuser standen. Überall sassen die Leute vor ihren Häusern, was in New Apple sonst kaum zu sehen war. Das konnte aber auch daran gelegen haben, fast nirgendwo sonst auf diese Insel gab es noch Einfamilienhäuser. Hatte ein Haus weniger als zehn Stockwerke, galt es als klein und entsprechend wirkten diese einfachen Bauten in Mitten der ganzen Hochhäuser fast so, wie ein kleines Dorf in einem Wald aus Wolkenkratzern.

Einstmals, so wusste Alexis, war diese Strasse unglaublich gefährlich gewesen. Selbst die Polizei traute sich nicht hier her, bis auf das eine Mal, wo fast schon eine ganze Armee angerückt war, und dem Staat im Staat ein Ende bereitete. Seither waren die Häuser begehrt bei Nerds, da sie günstig aber reparaturbedürftig waren.

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