Einmal Hot-Shots

»Und welche Stelle sollte das sein?«

Amy grinste böse.

»Na meine!«

Markus riss die Augen auf.

»Deine? Also die unter dem Tisch?«

Da horchte Perry auf. Sein Gehör war ohnehin bei dem Gespräch, weil Katja und Arbeit war ja so eine Sache. Aber Amys Platz unter dem Tisch? Das konnte ja eigentlich nur eins bedeuten.

»Genau die Stelle meine ich!«

»Aber, Katja, willst du das überhaupt, oder ist das nur wieder so eine fixe Idee meiner Freundin?«

»Also, ausprobieren würde ich es schon mal gerne!«

»Ach, kannst du alles. Ich rate dir nur, mach dir einen grossen Dutt so wie ich. Ist deutlich besser unterm Tisch!«

»Stimmt, man hört sie nie!«

»Darf ich da auch mal fragen? Was heisst, Stelle unterm Tisch? Das kann doch nur eine Schweinerei bedeuten!«

»Richtig Perry. Befriedigung des Arbeitgebers. Hand, Mund und Orgasmus.«

»Und, und du willst das machen Schatz?«

»Ja, schon! Wenn es mir gefällt, kannst du mich ja auch einstellen!«

Nun wurde Perry rot bei dem Gedanken. Aber auch, weil Katja es ja zuerst bei Markus ausprobieren wollte.

»Na gut, komm morgen Früh in mein Büro. Zehn Uhr bitte. Morgen ist nicht so viel los, da geht das besser denke ich!«

Perry sah, wie Katja sofort sehr aufgeregt war.

»Alles klar. Amy, machst du mir dann die Haare?«

Claudia ging das langsam auf die Nerven. Sie war ohnehin so spitz, dass die Innenseiten ihrer Schenkel seit Amys Show nass waren, jetzt redeten die noch von Frisuren. Amy alleine sah damit ja schon super geil aus, aber dann noch Katja dazu? Wie sollte sie das nur überstehen?

Nun, da konnte sie sich auch noch später Gedanken darum machen. Der Tag ging weiter und führte die Gruppe ins Hot-Shots. Die Jungs kannten das ja noch nicht und Amys Kerle konnten, im Vergleich zum ersten Besuch der Mädels, dieses Mal auch die Sau rauslassen, da sie ja am nächsten Tag nicht fliegen mussten.

Perry und Donald fanden den Laden echt dufte und auch der Chef war ein lockerer Kerl. Er kam, nachdem Amy und Alexis in seinem Büro waren und begrüsste die Neuankömmlinge. Bei Aisha blieb er hängen. Klar, natürlich wollte er wissen, wie es im Arsch so lief. Er war damals extra mit Alexis aus Amerika angereist, um das Arsch ins Rollen zu bringen.

Anfangs blieb alles auch eher verhalten, bis Alexis anfing Shots zu bestellen. Perry, der ja noch nie wirklich trinkfest war, wollte sich eigentlich verweigern, doch als Katja ihn darauf hinwies, dass der Alkohol sie in ihrer ersten Nacht quasi zusammengeführt hatte, konnte er sich nicht entziehen und machte schliesslich mit.

Lediglich Waldemar und Morgen, der ebenfalls anwesend war, tranken nicht ein Schluck. Waldemar war dabei sichtlich enttäuscht, dass Elena so aktiv bei der Sache war und auch Mario nicht wenig der verwerflichen Substanz konsumierte. Er zog sich in seine Gedanken zurück, davon hatte er schliesslich noch mehr als genug.

Er hatte auch schon einen kleinen Fortschritt erzielt. Neben Person + Outfit + Superheld konnte er noch einen Term identifizieren. Person + Proportion + Outfit + Superheld = veränderter Erregungszustand war der aktuelle Stand. Deshalb schaffte es Janine auch nicht, bei Waldemar zu punkten. Ihre Oberweite war einfach für ein Superheld zu gross! Da konnte sie noch so liebreizend sein und noch so viel drauf haben, so waren weibliche Superhelden einfach nicht. Bei Amy passten die Proportionen ziemlich gut, während Rebekka ein Tick zu gross war. Zu gerne hätte er diese Formel auf Elena angewendet, doch fiel bei der einfach der Superheld raus. Sie war zwar taff, aber auf so einer Insel wäre sie gescheitert.

Elena war ohnehin derzeit mit anderen Dingen beschäftigt. Sie beobachtete Amy und Alexis und begutachtete dabei auch immer wieder den Laden. Sie waren über 5.000 Kilometer von zuhause entfernt und dennoch war es, als würde Amy auch hier her gehören. Das mit Markus, dass sie so lange in dem Laden gearbeitet hatte und alles so vertraut schien, alles war einfach stimmig. Obwohl sie ja genau wusste, dass Amy auch ein Leben in Deutschland hatte, da sah sie ja auch nie fehl am Platz aus.

Wie war das aber möglich? Wie konnte man zwei solch ausgefüllte Leben führen, wenn die Distanz dazwischen so riesig war? Klar, da war das mit dem Flugzeug, ohne jenes das mit Sicherheit nicht so deutlich zu machen gewesen wäre. Aber davon abgesehen. Amy hatte hier ihren festen Freund, ihre Freunde, sogar ihre Wohnung und Arbeit nebst Auto. Sie sprach auch immer so, als würde sie fest hier leben. Alles passte, nichts schien irgendwie improvisiert. Genauso wie eben auch in Deutschland. Da war auch alles stimmig.  Ein Mensch mit zwei kompletten Leben, die nebeneinander liefen. Eine, aus Elenas Sicht, unglaubliche Leistung!

Die Zeit schritt voran. Mal kam Hicks, mal ging er wieder. Mal half Alexis kurz bei einer Bestellung aus, mal konnte Waldemar Amy bewundern, wie sie mit einem Tablett Getränke zu einem Gast brachte. Noch ein Punkt, der in seine Berechnung mit einfloss und Amy zu einem echten Superhelden machte. Auch wenn sie ihre Kräfte hatte, da war doch die normale Frau, die ihren normalen Tagesablauf bestreiten musste. Anders war es schliesslich bei den Helden seiner Filme und Serien auch nicht. Einerseits waren es normale Menschen, die ihre Arbeit hatten, oder reich waren, oder wie auch immer, doch insgeheim hatten sie diese Power, um jegliche Angriffe des Bösen zu vereiteln.

Gut, Amy war nun keine Frau, die gegen das Böse kämpfte, doch hatte Waldemar schon miterleben dürfen, dass wenn Amy ihre dunkle Seite zum Vorschein brachte, auch Männer vom Format eines Vipers lieber klein bei gaben, als gegen Amy anzutreten. Obwohl stellenweise deren Unterarme dicker waren, als Amys Oberschenkel. Doch so war es ja auch in den Filmen. Gerade die Frauen waren dabei oft von derart zierlicher Gestalt, dass man ihnen niemals diese Kräfte zutraute. Traten die dann aber in Aktion, flogen die Fetzen. Wie bei Amy eben. Sie hatte vielleicht keine Superkräfte, aber wie gerade Rebekka immer wieder betonte, sie war schnell, besonnen und konnte richtig etwas einstecken.

Während die Zeit wie Sand durch die Sanduhr lief, fand Donald die Veränderungen bei seinem besten Freund langsam nicht mehr komisch. Er hatte nachweislich mittlerweile mehr Kraft als er. Dazu wurden seine sexuellen Leistungen höher bewertet, als seine eigenen. Gut, er hatte es immer noch einfacher bei den Frauen, aber auch da schien Perry immer mehr aufzuholen. Doch mittlerweile schien es für Donald fast so, als könnte Perry auch noch mehr vertragen als er. Da hörte es mit dem Spass dann wirklich langsam auf. Seit der Einweihungsparty hatte Perry kaum Alkohol getrunken. Gut, Donald eigentlich auch nicht, da sich sein Lebenswandel mit dem Einzug der Mädels drastisch gewandelt hatte. Doch dennoch sollte er doch weiterhin trinkfester sein, als sein Freund. Aber nein, Perry trank das Gleiche wie er und dennoch war seine Aussprache noch deutlich besser. Donald bekam die Zunge kaum noch rund.

Das fand wiederum Janine unglaublich süss. Hätte nicht Claudia zwischen ihr und Donald gesessen, wäre sie garantiert dazu verleitet worden, ein wenig zu fummeln. Aber Claudia war eben im Weg und im Vergleich zu ihrem Freund zeigte sich auch, sie konnte was vertragen. Auch Katja und Elena schienen sich kein bisschen an der Menge des Alkohol zu stören, während Aisha den Anschein machte, die ganze Zeit nur Wasser getrunken zu haben.

Die Sitzpositionen änderten sich dabei dauernd. Immer, wenn einer zum Örtchen musste, liess man ihn raus und rutschte auf. So kam es, dass irgendwann Markus direkt neben Perry sass und ordentlich dicht war.

»Perry, du bist wahrscheinlich der einzige Kerl, mit dem ich mich echt über Amy unterhalten kann!«

»Wie kommst du denn jetzt darauf?«

»Ist doch eben so. Meine Amy ist mein absoluter Schatz, aber ich teil sie mit Phillip, Janine und Pascal. Du teilst deine Freundin ja auch!«

»Ach so. Ja, da hast du Recht.«

»Perry, dann sag mir mal. Machen wir das richtig? Müssten wir nicht eigentlich sagen, wenn wir sie nicht ganz für uns haben, dann sollen sie bleiben wo der Chili wächst?«

»Pfeffer!«

»Ist doch egal was für ein Zeug!«

»Na ja, sollte man vielleicht. Aber wir würden dann auch auf das verzichten, was wir haben. Ich bin unendlich glücklich mit Katja, auch wenn Donald sie rufen kann wann er will. Ich liebe sie und sie bei mir zu haben ist einfach nur der Wahnsinn. Warum darauf verzichten, nur um irgendwelchen gesellschaftlichen Gepflogenheiten nachzugehen? Nein! Also ich finde es so besser!«

Da schaute Markus wirklich nachdenklich.

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