Tiffanys Rückkehr

»Kannst du. Hast du irgendwie ein grosser Probebehälter?«

Casper schaute verwirrt, nahm dann aber das geforderte Gut aus einem seiner Schränke. Es war vielleicht sogar etwas zu gross, würde seinen Zweck aber erfüllen. Pamela nahm das Teil und drückte es Raschniposa in die Hand.

»Hier, voll machen!«

»Womit?«

Nicht nur Raschniposa war verwirrt. Auch Casper konnte sich nicht vorstellen, was Pamela von dem wollte. Sollte er seine Energie da abfüllen?«

»Spritz rein. Was denn sonst?«

Raschniposa verstand, setzte sich auf den Untersuchungstisch und nahm den Behälter. Neugierig schaute Casper zu, wie er den Behälter vor sein Genital hielt, offensichtlich genau zielte und dann eine Ladung abfeuerte, die unfassbar war. Der Behälter war zwar deutlich zu gross, aber so viel Samenflüssigkeit hatte Casper noch nie auf einmal gesehen. Schon gar nicht eine, die ziemlich stark leuchtete.

»Bitte. Ich gehe davon aus, da ist genug von der Energie drin und du kannst sie untersuchen. Ich gebe dir aber den guten Rat, berühr das Zeug nicht!«

Casper nahm verblüfft den Behälter.

»Warum nicht?«

Pamela musste lachen. Der Schelm in ihr kam zum Vorschein.

»Na ja, versuch es einmal, dann weisst du was ich meine!«

Casper war neugierig. Doch wollte er die Probe nicht kontaminieren. Er nahm sie eine Pipette, entnahm etwas von dem Samen und gab den Inhalt auf einen Objektträger. Vorsichtig tauchte er seinen Finger in die wirklich kleine Probe.

Mit einem Mal fing er an zu stöhnen, taumelte ein Stück zurück, bis sein Hintern von der Arbeitsplatte gebremst wurde. Er hatte die Augen verdreht und schien sich zu verkrampfen. Pamela bekam einen regelrechten Lachkrampf, als sie einen dunklen Fleck in Caspers Hose sah. Genau da, wo sein Schwanz sass.

»Alter, ich hoffe das ist Sperma und du bist nicht inkontinent!«

Casper brauchte noch einen Moment, bis er wieder klar denken konnte. Es war ihm sichtlich peinlich.

»Nein, keine Sorge. Aber verdammt, was war das denn?«

»Das ist diese Energie. Raschniposa hat nach dem Fick die ganze Ladung auf mich gefeuert. Ich sag dir, es war so unglaublich heftig, dass ich ohnmächtig wurde!«

»Glaube ich dir sofort. Ich muss das untersuchen. Raschniposa, dich werde ich wohl auch noch ein paar Mal brauchen. Ist das okay?«

Raschniposa nickte.

»Ja klar. Pamela nannte das schon als Bedingung für meine Aufnahme.«

Auf der Brücke kam gleichzeitig ein Funkspruch von Tiffany. Sie war zurück und bereit in der Werft anzudocken. Als der Kreuzer die Tore der Werft durchflog, war das Bild auf dem Hauptschirm zu sehen. Krieger stand auf.

»Ja meine Güte, was hat die mit dem Schiff gemacht?«

»Das kann ich nicht sagen Krieger! Ich habe das Schiff schon gescannt, aber Spuren von Waffenfeuer finde ich keine. Es scheint sich auch eher um Deformationen zu handeln, als um Explosionsschäden.«

»Deformationen? Hat die Flipper in einem Asteroidenfeld gespielt?«

Das wollte Krieger ganz genau wissen. Er eilte aus dem Schiff zur Schleuse des Ports, wo der Kreuzer gerade festmachte. Wie es sich für einen anständigen Kapitän gehörte, verliess Tiffany zusammen mit Ruug als Letzte das Schiff.

»Melde gehorsam, neue Technologie erworben!«

»Und dafür mussten sie das halbe Schiff zerlegen?«

Tiffany stemmte die Fäuste in die Hüfte.

»Ja, musste ich! Der Händler wollte als Bezahlung einen Zwe-Kristall. Den findet man aber nur in der Nähe von explodierten Sternen und da auch nur ganz selten. Wir haben einen gefunden. Dummerweise war der in einer Ausdehnung und da drin sind die Naturgesetze ein wenig verbogen! Glauben sie mir Krieger, der Schaden mag schlimm aussehen, aber es hätte noch viel schlimmer kommen können.«

Krieger schaute zu Ruug. Nicht, dass er Tiffany misstraut hätte, doch aufgrund Ruugs Erfahrung in dem Sektor, empfand er dessen Aussage als vertrauenswürdiger.

»Ich kann das bestätigen Kapitän. Tiffany hat die Mission mit dem geringsten anzunehmenden Schaden erfolgreich beendet.«

»Okay. Gab es Verluste?«

Tiffany schaute deprimiert zu Boden.

»Neun Besatzungsmitglieder. Eine ist an Altersschwäche gestorben, acht wurden ins All geblasen und haben sich aufgelöst.«

»Schande! Ich erwarte einen vollständigen Bericht!«

»Sollen sie haben Krieger. Ich habe aber einen Bonus mitgebracht. Ein grosser Brocken dieses Zwe-Kristall. Das Ding produziert Energie in rauen Mengen. Sollte es uns gelingen, diese Energie für das Schiff nutzbar zu machen, wäre das ein gewaltiger Gewinn für uns.«

»Ausgezeichnet. Ich lasse alles zu Ray bringen, mal schauen, was er damit anfangen kann.«

Tiffany nickte und machte sich auf den Weg zur Megaclite. Ruug hinter ihr. Weit kamen sie jedoch nicht. Krieger hatte noch etwas zu sagen.

»Tiffany?«

Sie blieb stehen, schnaufte einmal durch und drehte sich um.

»Krieger?«

»Sprechen sie offen. Waren Schäden und Verluste notwendig?«

»Um die Mission zu erfüllen? Ja. So sehr ich es bedauere, sie waren notwendig.«

»Dann kann ich nur sagen, sehr gute Arbeit! Ich bin stolz auf sie! Wenn wieder etwas ansteht, wo ein zweites Team auf die Reise gehen muss, werde ich sie wieder mit der Leitung betrauen.«

Tiffany war verwundert. Eigentlich ging sie davon aus, dass Krieger sie nicht mehr auf solche Missionen schicken würde.

»Ohne Scheiss jetzt?«

»Ohne Scheiss. Tiffany, es gibt da etwas, was man in der Ausbildung nicht lernt. Ein Kommandant hat schwere Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die Schiff und Besatzung gefährden. Es liegt in seinem Ermessen, ob die Verluste mit der Sache gerechtfertigt werden können.«

»Ach ja? Wie genau rechtfertige ich neun Leben? Für Technologie?«

»Ganz einfach. Sie haben uns die Chance gegeben, unseren Antrieb voll nutzen zu können. Insofern das Zeug von Ray auch verwendet werden kann und hält, was wir uns davon versprechen. Denken sie an die vielen Leben, die beim letzten Angriff der Thori verloren gegangen sind. Sie haben neun Besatzungsmitglieder verloren. Personen, die sich über die Gefahren im Klaren waren und freiwillig ihren Dienst verrichtet haben. Bei den Angriffen sind aber Millionen unschuldiger Leben gefallen! Millionen Tiffany. Mit voll funktionsfähigem Antrieb wäre die Zahl viel kleiner gewesen. Familien könnten noch leben, Kinder die Chance haben erwachsen zu werden und ihr Leben zu leben. Neun Besatzungsmitglieder haben den Tod gefunden. Doch sollte unser Antrieb dadurch jetzt voll nutzbar sein, rettet es in Zukunft vielleicht Millionen Zivilisten.«

»Das mag sein. Macht die Sache aber nicht leichter für mich!«

»Und genau so verhält sich auch ein Kommandant! Glauben sie mir eins. Viele Entscheidungen, die ich zum Wohl meiner Missionen getroffen habe, verfolgen mich jede Nacht! Das ist die Schattenseite, wenn man auf dem Stuhl des Kapitän sitzt. Doch sie zeigen mir, dass sie sich genauso verhalten, wie ich es von einem guten Kommandanten erwarte. Sie sind bereit, die schweren Entscheidungen zu treffen, aber nicht skrupellos! Ich werde im Logbuch des Schiffes vermerken, sollte ich irgendwann nicht mehr sein, will ich niemand anderes als Kommandant für die Megaclite als sie!«

Tiffany konnte es gar nicht glauben, wie glücklich sie über diese Worte war. Die ganze Zeit war sie der Meinung gewesen, ihr schlechtes Gewissen ihrer verlorenen Besatzungsmitglieder gegenüber sei falsch, doch nun schien es so, dass sie absolut korrekt empfand. Natürlich machte das den Verlust der Leben nicht besser, aber immerhin wusste sie nun, dass sie nicht versagt hatte und das war ein gutes Gefühl.

Nun gab es nur noch eins zu klären. Würde die neue Technologie den Antrieb wirklich soweit verbessern, dass man ihn voll nutzen konnte? In dem Fall hatte sich die Mission definitiv gelohnt. Die Megaclite wäre ein übermächtiges Phantom. Egal wo die Thori zuschlagen würden, die Megaclite wäre sofort zur Stelle. Wie viele Leben konnten sie dadurch retten?

Das würde sich noch zeigen. Derzeit hatte Tiffany nur einen Gedanken. Duschen und dann ins Arsch. Sie musste dringend abschalten und Alkohol schien ihr der passende Stoff dafür zu sein.

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