Aussprache

Über den Rest des Tages war Katjas Verhalten auffällig anders. Während Elena und Claudia loszogen, blieb Katja zum ersten Mal alleine zurück. Sie konnte einfach nicht feiern gehen, wenn sie eine solch schwere Aufgabe vor sich hatte. Die Stunden vergingen quälend langsam und sie konnte es einerseits nicht erwarten, bis es endlich 22 Uhr war, andererseits hatte sie vor der Uhrzeit übelste Angst. Sie erreichte sogar den Punkt an dem sie bereute, in diese Wohnung gezogen zu sein. Es gab viele Wohnungen, welche sich die Mädels angeschaut hatten und einige waren auch besser gewesen. Doch schon damals, als sie diese Wohnung besichtigt hatten, verspürte Katja etwas magisches und wollte unbedingt hierher. Nun verfluchte sie diese Gefühle.

Die Mädels waren schon wieder zurück, Elena auch eine Zeit drüben bei Waldemar, dann war es endlich 22 Uhr. Mit weichen Knien machte sich Katja auf ins Tierheim. Perry hatte gerade seinen Rechner ausgeschaltet, als sie durch die Tür kam und natürlich war er wieder überglücklich, sie zu sehen. Doch von Katja kam nicht einmal ein Lächeln. Perry spürte sofort, dass da was nicht stimmte und für ihn gab es nur einen Grund dafür. Sie würde ihn verlassen.

Als sie ihn dann noch augenblicklich mit in sein Zimmer zog und dabei nicht die typischen Anzeichen von Erregung machte, war für ihn die Sache klar und jeder Schritt wurde eine Folter. Katja schob ihn in sein Zimmer, trat selbst ein und schloss die Tür. Perry standen die Tränen schon in den Augen und er musste sie einfach fragen.

»Willst du mich verlassen?«

Auch bei Katja waren die Augen bereits feucht.

»Nein du Dussel! Aber ich muss trotzdem mit dir reden!«

Ein wenig Erleichterung drang in Perry. Aber das reichte nur aus, dass aus seinen Augen keine Wasserfälle wurde. Seine Knie wurden weich und zur Sicherheit setzte er sich aufs Bett. Katja kam neben ihn. Sie nahm seine Hand und schlang ihre Finger in seine.

»Mir fällt das überhaupt nicht leicht, dir das zu sagen. Aber ich muss es einfach. Ich hab dich in letzter Zeit viel angelogen. Aber ich schwöre dir, dass ich mit dir zusammen sein will, du mich sehr glücklich machst und ich gerne mit dir schlafe war immer die Wahrheit!«

Die Ansage verwunderte Perry. Wenn es nicht um die Beziehung und den Sex ging, wo konnte sie ihn da angelogen haben? Mit ihrem Vater vielleicht? Perry schwieg.

»Erinnerst du dich noch an die Nummer mit Donald wo ich ihm sagte, dass ich ihm gehöre?«

Perry musste nicht lange nachdenken. Sein Gedächtnis war vielleicht nicht so übertrieben wie das von Waldemar, aber dennoch blieb das Meiste bei ihm hängen. Er nickte.

»Das war nicht einfach so dahingesagt. Ich kann es mir selbst nicht erklären, aber es ist so!«

Ach, wenn Katja doch nur besser formuliert hätte, dann wären in Perry nicht hunderte Gedanken durcheinander gerannt.

»Was soll das heissen? Bist du seine Freundin?«

Katja rann eine Träne aus dem Auge.

»Nein! Aber sein Eigentum.«

Ihre Stimme war leise und gebrochen. Perry spürte den Schmerz, den sie beim sprechen verspürte.

»Wie meinst du das?«

»So wie ich sage. Was immer Donald will, ich will es machen. Nicht einmal ich selbst, weil oft versuche ich mich davon abzuhalten. Aber es ist irgendwie ein innerer Zwang. Er sagt, ich mache. Mein Hintern, wo der so rot war, weisst du?«

Perry nickte. Seine Gefühle waren so grotesk, dass er sie nicht einordnen konnte.

»Das war nicht aus Geilheit. Donald wollte mich verhauen und herausfinden, wie ernst es mir ist. Ich hab ihn angebettelt, dass er fester schlägt und mir wehtut.«

Wieder rannen ein paar Tränen aus ihren Augen.

»Und was soll das heissen? Ich verstehe das nicht!«

»Ich doch auch nicht! Das hatte ich noch nie! Bisher hatte ich immer die Kontrolle über alles. Aber bei Donald geht es nicht! Er will und egal was es ist, ich will es auch. Ich muss es unbedingt haben.«

»Das meine ich nicht! Heisst das, wenn Donald es wollte, würdest du mich verlassen?«

Wenn Katja eines ganz klar wusste, dann dass selbst ein Donald diese Macht nicht hatte.

»Nie im Leben! Das hat er mich auch schon gefragt und Schatz ich schwöre dir, dazu hat auch er nicht die Macht! Ich bin so unglaublich glücklich mit dir, dich würde ich auch für ihn nicht hergeben!«

Irgendwie machte Perry das glücklich. Aber, die Sache konnte so nicht geklärt werden. Perry stand auf und ging. Katja blieb verzweifelt zurück und sah schon ihre Beziehung in Trümmern. Die einzige Beziehung, die sie jemals wirklich glücklich gemacht hatte. Gerade wollte sie aufstehen, um Perry zu folgen, als der mit Donald im Schlepptau zurück kam. Nun bekam Katja Panik.

»Was soll das?«

»Ganz einfach! Er gehört zu dem Thema dazu und wenn wir das klären wollen, dann zu dritt!«

Katja fing bitterlich an zu weinen. Sie konnte den Schaden nicht abschätzen, den sie da angerichtet hatte. Perry setzte sich wieder neben sie, während Donald, der bei der ganzen Sache auch kein gutes Gefühl hatte, stehenblieb.

»Ich kann das alles nicht einordnen! Donald, sag ihr irgendwas. Ich muss das sehen!«

Donald war das alles unglaublich unangenehm, doch wenn es eine Chance gab, die Sache für alle Beteiligten gütlich zu klären, dann wollte er es auch tun.

»Katja, Hose runter und knie dich aufs Bett!«

Perry konnte es kaum glauben. Obwohl seine Freundin weinte und nicht gerade glücklich schien, hatte sie sofort ein Funkeln in den Augen, entledigte sich ihrer Hose und kniete sofort auf dem Bett. Eigentümliche Gefühle drangen in ihn.

»Sag mir, dass ich dich schlagen soll!«

War das möglich? Donald hatte seinen Befehl gerade erst ausgesprochen, als von Katja die Reaktion folgte.

»Schlag mich Donald, bitte schlag mich!«

Donald kam näher, schaute Perry angsterfüllt an, hob dann aber seine Hand und die klatschte mit viel Wucht auf Katjas Hintern. Sie wimmerte, was in Perry Mitgefühl auslöste. Doch nur, bis sie etwas sagte.

»Danke Donald!«

Unglaublich! Das hatte ihr doch wehgetan, aber sie bedankte sich? Perry schaute zu Donald. Was Katja nicht wusste, als er ihn gerufen hatte gab er ihm schon die Instruktion ihr den klaren Befehl zu geben, ihn zu verlassen. Donald tat es sehr widerwillig, da er vor der Reaktion Angst hatte. Doch hatte er es Perry versprochen.

»Katja, ich will, dass du dich von Perry trennst. Jetzt sofort!«

Katja blieb zwar in ihrer Haltung, drehte aber den Kopf so, dass sie Donald anschauen konnte. Perry sah feste Entschlossenheit in ihrem Blick.

»Vergiss es! Das ist mein Schnabeltier und das bleibt auch so!«

Perry war glücklich.

»Danke mein Freund! Lässt du uns jetzt bitte alleine, wir haben was zu klären.«

Donald nickte. In was für eine Scheisse waren sie da nur geraten?

Als er weg war legte Perry sich neben Katja, die immer noch auf dem Bett kniete. Sie war so von Gedanken durchdrungen, dass sie nicht mehr wusste was sie tun sollte.

»Also Donalds Eigentum und meine Freundin?«

Katja schaute zu ihrem Freund. Sie verstand ihn nicht. Was sollte jetzt die Frage?

»Wie meinst du das?«

»Sag mir, bist du gerne meine Freundin? Willst du mit mir zusammen sein, mich küssen, mit mir schlafen, bei mir sein?«

»Ja! Natürlich! Sonst würde ich das ja nicht machen!«

Da kam so viel Inbrunst mit ihren Worten, dass Perry sie nicht anzweifeln konnte.

»Bist du gerne Donalds Eigentum? Wenn es um sexuelle Dinge geht?«

Wieder weinte Katja. Aber sie nickte.

»Dann komm her und küss mich!«

Noch weit schneller, als auf Donalds Kommandos, lag Katja in Perrys Arm und küsste ihn so intensiv, dass dem die Luft wegblieb.

»Und was heisst das jetzt?«

»Das heisst, dass ich gerne mit dir zusammen bin! Ich will das du meine Freundin bist und wenn du eben Donald gehörst, dann ist das eben so. Frag nicht, der Kleine da unten hat entschieden!«

Katja fühlte und tatsächlich war Perry unglaublich hart.

»Du bist mir nicht böse?«

»Doch, weil du mich angelogen hast! Ich glaube aber, blasen und schlucken, danach kuscheln und das ist wieder gut!«

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