Die neue Seite von Maia

»In welcher Hinsicht glaubst du in der Lage zu sein, mir zu helfen?«

»Ist doch ganz einfach. Ich kenne jetzt dein Geheimnis und den Auslöser dafür. Das heisst, mir musst du da nichts vorspielen. Wenn du also merkst, dass du langsam die Kontrolle verlierst, dann schreibst du mir, ich lasse mich von dir ficken, oder blase dir einen, oder was auch immer und dein zweites Ich kommt nicht zum Zug!«

Genau auf diese Antwort hatte Waldemar gehofft. Er lächelte, was ja bekanntlich eine Seltenheit darstellte.

»Das würdest du für mich tun?«

»Für dich, aber auch für Elena. Deine andere Seite ist schon ziemlich heftig. Ich will nicht, dass ihr immer mehr Frauen über den Weg laufen, die ihr davon erzählen, während sie eher nur den braven Waldemar abbekommt.«

Waldemar schaute zu Boden.

»Nun ja. Ich befürchte, einmal hat sie meine neue Seite bereits kennenlernen dürfen.«

»Ich weiss. Das war für sie aber keines Wegs schlimm. Ich denke eben nur, wenn du dich weiter mit anderen Frauen austobst und bei ihr dann normal bist, wird sie das irgendwann treffen. Sie steht ja auch auf die härtere Art. Ich denke eigentlich, wenn du nicht du wärst, hätte sie das schon beendet.«

»Wenn ich fragen darf, woraus leitest du diese Vermutung ab?«

»Mensch Waldi. Elena will gefickt, benutzt, ran genommen werden. Was du mit ihr machst, klingt fast schon nach Blümchensex. Aber eben, Elena weiss ja ganz genau, dass eigentlich nur sie das Privileg hat, mit dir schlafen zu dürfen. Das gleicht das aus. Wenn du aber jetzt weiter Chicks knallst und bei ihr dann Blümchensex hast, na ja. Das dürfte irgendwann ins Auge gehen.«

Waldemar dachte kurz nach und leider kam er zu dem gleichen Schluss.

»Dann bin ich mit deinem Vorschlag einverstanden!«

Maia setzte einen diabolischen Gesichtsausdruck auf.

»Vorschlag? Mein lieber Waldi. Das war ein Angebot, kein Vorschlag! Bisher haben wir nur über meinen Teil des Angebots gesprochen. Jetzt reden wir über die Forderung!«

Waldemars Gesichtsausdruck wurde wieder roboterhaft.

»Du stellst deinem Angebot also eine Forderung entgegen?«

»Klaro! Waldi, nichts ist umsonst!«

»Das ist mir wohl bewusst! Also, dann stelle deine Forderung!«

Maia beugte sich vor, wodurch noch ein bisschen Sperma aus ihr lief und den Rock beschmutzte.

»Deine neue Seite. Die will ich haben!«

Waldemars Augen wurden gross.

»Ich brauche mehr Details!«

»Na, ganz einfach! Hin und wieder will ich, dass du deine neue Seite zum Vorschein kommen lässt. Bei mir! Ich will von dieser Seite so hart genommen werden, wie vorhin! Aber nicht nur das! Ich will sie schleifen und die Ecken entfernen! Eine neue Identität! Wo nur ich die Wahrheit kenne!«

Waldemar schaute verwundert, aber auch interessiert.

»Dann erkläre mit bitte, wie du dieses Vorhaben realisieren willst!«

»Ganz einfach! Ich behaupte, dass mein Instinkt mir eine neue Investitionsmöglichkeit aufgezeigt hat. Dabei brauche ich aber Hilfe und keiner kann mir da besser helfen als du. Irgendwas mit Protokollen, da lasse ich mir noch etwas einfallen. Auf der anderen Seite der Stadt gehört mir ein Gebäude. Unten war mal eine Werkstatt drin. Dort richten wir unser gemeinsames Domizil ein. Sagen wir zweimal die Woche entführe ich dich hoch offiziell zum arbeiten dort hin und dort kannst du dann dein neues Ich von der Leine lassen.«

Waldemar dachte nach. Nur kurz. Ihm war klar, dass es seine beste Chance war, sein neues Ich zu bändigen, ohne sonst jemand davon erzählen zu müssen. Also stimmte er zu.

Bereits am darauffolgenden Tag setzte Maia ihren Plan um. Sie erzählte den Mädels von ihrer neuen, geheimen Investitionsmöglichkeit, ging zu den Jungs und fragte Waldemar, ob er sie da unterstützen würde. Mit Entlohnung natürlich und Verschwiegenheitserklärung. Für Perry und Donald kam das sehr willkommen, konnten sie an den Tagen, wo Waldemar mit Maia arbeitete, ohne seine ständigen Kommentare am Auto schrauben. Klar, er war ein wichtiger Part für das Auto, aber seine Kommentare machten es den Jungs oft nicht einfach. Gerade bei den Dingen, wo er überhaupt nichts zu sagen hatte.

Kurz nach 16 Uhr, die Jungs fuhren mit den Mädels in die Werkstatt, zeigte Maia Waldemar ihr Gebäude. Das waren vier Etagen mit Wohnungen und eben unten stand alles leer. Das war alles deutlich grösser, als in der Werkstatt. Angrenzend an die beiden Stellplätze für Autos, samt Hebebühnen und was man für die Autoreparatur sonst noch brauchte, gab es ein recht grosses Lager und etwa 50 Quadratmeter, die früher einmal als Wartebereich, Büro und ähnliches dienten. Dieser Bereich war vollkommen leer.

»Und? Was sagst du?«

Waldemar hatte sich natürlich alles sehr genau angeschaut.

»Ich bin nicht qualifiziert, darauf eine passende Antwort zu geben. Da es mir überhaupt nicht bewusst ist, was ich hier eigentlich tun soll.«

»Du? Gar nichts! Wann hattest du deinen letzten Sex?«

»Vergangene Nacht. Bislang spüre ich auch nicht, dass mein neues Ich die Kontrolle übernehmen will. Vielleicht ist der Spuk auch einfach vorbei und wir können dieses geheime Spiel bereits abbrechen!«

Da hatte er die Rechnung ohne Maia gemacht. Sie war schliesslich clever und hatte sich schlau gemacht, wie und wo das mit Waldemar anfing. Das führte sie zu Viktoria und die hatte das mit dem Tattoo erzählt. Gut, sich stechen lassen lag nun noch nicht in ihrem Sinn, aber sie hatte sich von Claudia am Mittag eine ähnliche Tätowierung über den Steiss zeichnen lassen.

»Das ist aber nicht fair!«

Maia spielte die entrüstete. Zwischenzeitlich hatte sie sich ihr Shirt unter die Brüste gebunden und Waldemar konnte ihren nackten Bauch sehen. Nachdem sie gesprochen hatte, drehte sie sich mit verschränkten Armen um und Waldemar sah die Zeichnung. Sofort kochte es in ihm hoch.

»Maia, ich bin im Begriff, die Kontrolle zu verlieren!«

Sie drehte sich grinsend wieder um.

»Ist doch Sinn der Sache! Hier darf, nein hier soll dein anderes Ich ja zum Vorschein kommen! Also, wehr dich nicht, lass ihn raus!«

Waldemar hatte überhaupt keine Wahl! Noch während sie sprach, übernahm seine neue Seite.

»Echt, hat dir schon jemand gesagt, was für eine gewiefte Schlampe du bist?«

Maia war zufrieden. Da war er ja!

»So, Kollege! Zuerst unterhalten wir uns mal!«

»Ich hab kein Interesse, an irgendeiner Unterhaltung! Ich will dich ficken! Also mach keine Faxen! Ausziehen und herkommen!«

Maias Blick wurde finster.

»Nö! Kumpel, du hast genau zwei Möglichkeiten. Entweder, wie stellen hier ein paar Grundregeln auf und lassen dieses Arrangement dann Früchte tragen, oder du fickst mich jetzt und sobald Waldi wieder da ist, werde ich seine Hormone nie wieder so hoch kommen lassen, dass du die Kontrolle übernehmen kannst. Also, was darf es sein?«

Da Waldemars neues Ich den selben IQ hatte, wie Waldemar selbst, war die Entscheidung schnell getroffen.

»Dann sprich!«

»Prima! Fangen wir mal vorne an. In Zukunft fickst du mich und nur mich! Haben wir uns verstanden?«

»Ich habe es verstanden. Aber ich denke nicht, dass ich es einhalten kann. Du bist geil, keine Frage. Aber auch nicht so geil!«

»Lass das mal meine Sorge sein! Ich werde schon dafür sorgen, dass ich dir reiche!«

»Okay. Unter Vorbehalt bin ich einverstanden. Weiter!«

»Hör mit dieser Schlampe und diese ganzen Art auf! Du kannst gerne versauter sein als Waldi, aber abwertend musst du nicht werden!«

»Okay, ich werde es versuchen. Weiter!«

»Ich habe keine Lust, dass wir hier her kommen und nach einer Stunde ist alles vorbei! Also halt dich mit dem spritzen zurück! Wir können gerne öfters vögeln, aber zwischendrin habe ich auch noch andere Pläne!«

»Die da wären?«

»Das hier ist doch eine Werkstatt! Ich will ein eigenes Auto aufbauen und an den Wochenenden starten lassen. Mit dir als Fahrer! Aber nicht als Waldemar. Wir schaffen dir eine ganz neue Identität!«

»Und wenn ich darauf keine Lust habe?«

»Kommt wieder das mit dem ständigen Hormonabbau zum tragen!«

Der neue Waldemar war schockiert. Er sass in der Falle!

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