Gegenangriff

Während Mario und Waldemar mit Jana und Kim zu erörtern, wie man deren Hubschrauber mit einer IRUV-Kanone ausstatten konnte, machte sich Natascha daran, die ersten potentiellen Ärzte vom Schatten zu befreien. Sie füllte die Blase wieder zuerst mit der Östrogenlösung und verabreichte dann den Hormoncocktail. Die Prozedur zeigte schnell Wirkung. Der Mann wurde immer klarer und nachdem Natascha den Katheter mit dem gefangenen Schatten entfernt hatte, richtete er sich auf. Maia war sofort zur Stelle, um übersetzen zu können. Überraschenderweise sprach der Mann jedoch deutsch.

»Ihr, ihr seit in Gefahr!«

Stammelte er.

»Ganz ruhig. Wir wissen über die Schatten Bescheid. Deshalb sind …«

»Nein, nein!«

Unterbrach er Natascha.

»Die Schatten. Euer Angriff hat sie total überrascht. Auch die Härte, mit der ihr vorgegangen seit. Sie wollen Rache!«

Janine, die dem Ereignis beigewohnt hatte, eilte sofort aus dem Zimmer und suchte Pascal.

»Pascal! Wir haben einen der Ärzte da wieder klar gemacht. Der sagt, die Schatten wollen Rache für unsere Aktion!«

Pascal sagte nichts, ging aber zum Fenster. Was er sah, liess selbst ihn erschauern.

»Heiliger Bimbam. Das müssen Millionen sein!«

Janine, Claudia und Donald kamen zu ihm und sie konnten nicht einmal im Ansatz Pascals Kühle bewahren.

»Scheisse verdammt, wir müssen hier weg!«

Draussen war ein gewaltiger, schwarzer Teppich zu sehen, welcher sich unaufhaltsam auf das Krankenhaus zubewegte. Soweit man es von hier sagen konnte, schien dieser Teppich rings um das Krankenhaus zu verlaufen.

»Gute Idee Donald. Aber wie machen wir das? Sollen wir die Gefangenen zurücklassen? Sollen wir die Mission abbrechen?«

»Woher soll ich das wissen? Aber die werden hier eindringen und uns alle platt machen!«

Janine schnappte sich ihr Funkgerät.

»Mario, wo bist du? Ich brauche dich! Wir haben Probleme!«

Einen Moment später war Mario zur Stelle. Schon als er sich Janine näherte, sah er, was da draussen los war.

»Was geht denn da ab?«

»Gegenangriff. Zauber uns mal eine Lösung her!«

»Bitte? Alter, ich bin doch kein Zauberer! Was soll ich gegen so etwas ausrichten?«

»Du bist doch das Genie?«

Pascal hatte dabei ganz andere Gedanken. Diese Übermacht war erdrückend und er war sich sicher, da war nichts mehr zu retten. Er würde eingreifen müssen, was den Erfolg für seine Freunde, um den es ihm eigentlich ging, zunichte machen würde.

»Genie? Was denkst du, was ich tun soll? Mit dem Finger schnippen und …«

Er brach ab und schaute sich um.

»Wir haben wahrscheinlich noch nicht alle zurückgeholt, oder?«

»Nein, einen.«

Bestätigte Janine.

»Perfekt! Viper und Jana sollen die Hubschrauber klar machen. Ich brauche die Mädels. Alle!«

Damit rannte er aus der Zentrale und suchte Natascha. Die war gerade dabei, den zweiten Patienten wieder fit zumachen.

»Alles abbrechen! Wir müssen sofort evakuieren! Wir treffen uns bei unserem Stützpunkt!«

Schon war er wieder weg. Natascha wollte gerade etwas sagen, als Amy ihr gegen den Fuss trat. Offensichtlich hatte Mario da einen Geheimcode, oder ähnliches benutzt. Als schwieg sie. Zusammen eilten nun auch die Mädels zurück zur Zentrale.

Mario gestikulierte, dass niemand etwas sagen sollte. Sie sollten ihm folgen und im Gänsemarsch ging es durch den Flur ins Treppenhaus. Dort hielt er an.

»Erklärst du mir mal, was du da vorhast?«

»Klar Pascal. Ich fliege mit den Mädels von hier weg. Es soll so aussehen, als hätten wir evakuiert. Ich nehme an, ein Teil dieser Biester wird den Hubschraubern folgen. Einige werden aber auch hier eindringen und das geht nur über das Dach. Wir lassen sie hier eindringen. Unser Vorteil ist, hier können sie sich nicht gut ausbreiten. Sie müssen durchs Treppenhaus. Ihr geht also ganz nach unten. Wenn diese Dinger es durch die Tür schaffen, heizt ihr ihnen ein. Sie können nur durch diese eine Tür, einen anderen Weg gibt es nicht. Am Fahrstuhl kommen sie nicht vorbei. Das heisst, immer ein Flammenwerfer, bis der leer ist. Dann der Nächste. Waldi, da unten gibt es reichlich Behälter mit Gas. Du sorgst dafür, dass die leeren Flammenwerfer immer nachgeladen werden! Wir fliegen derweil aus der Stadt raus, landen dort und warten. Wenn unsere Verfolger eintreffen, starten wir wieder und Natascha kann zeigen, wie gut die Brandbomben sind, die sie da mitführen. Dann kommen wir zurück und die Mädels stürmen mit Flammenwerfern vom Dach nach unten. Wäre doch gelacht, wenn wir die nicht aufhalten könnten.«

»Und du denkst, dass ist eine gute Idee?«

»Aber sicher Pascal. Ich hab den Schatten ja schon gesagt, dass wir abhauen. Was hier eindringt, wird also nur eine kleine Anzahl sein, die auch wirklich sicherstellen will, dass wir auch wirklich verschwunden sind. Der grösste Teil sollte uns folgen. Natascha? Euer Hubschrauber hat ja genug Feuer unterm Hintern, oder?«

Natascha grinste.

»Sagen wir mal so. Ich warte seit langem darauf, mal so ein richtiges Feuerwerk veranstalten zu können!«

Alle schauten fragend zu Pascal. Der hatte zwar nicht das Gefühl, dass diese Nummer wirklich erfolgreich sein würde, aber wenn es hart auf hart käme, würde er die Sache schlussendlich klären. Also nickte er.

Die Hubschrauber flogen ab. Wir Mario es erwartet hatte, folgte der grösste Teil dieses Teppichs den beiden Maschinen. Viper und Jana hatten dabei viel Mühe, eine Geschwindigkeit zu wählen, die einerseits schnell genug war, um unauffällig zu bleiben, andererseits aber langsam genug, damit diese Monster nicht den Blickkontakt verloren.

Im Krankenhaus machten sich die Anderen derweil bereit. Da unten war es zwar immer noch gespenstig, aber trotzdem brachten Donald und Perry so viele Gasflaschen wir möglich zur Tür. Claudia, Elena und Maia gingen derweil in zwei Teams die Gänge ab um auch wirklich sicherzustellen, dass es keinen weiteren Zugang gab. Mario sollte Recht behalten. Nur der Fahrstuhl und das Treppenhaus führten bis hier runter. Also konnten diese Dinger wirklich nur von dort kommen.

Es herrschte unerträgliche Spannung. Erst war alles still, dann konnte man hinter der Tür ein seltsames kratzen und knirschen hören. Diese Monster waren also da. Alle erwarteten, dass früher oder später die Tür nachgeben würde, es kam jedoch anders. Die Klinke wurde nach unten gedrückt und kaum war die Tür ein Spalt offen, platzte sie förmlich auf.

Sofort fing Donald an zu feuern. Es war, wie es beschrieben wurde. Kaum traf das Feuer eines der Insekten löste es sich auf. Perry stand schon neben Donald bereit. Der wischte mit seinem Feuerstrahl auf alles, was da durch die Tür kam. Bis er schliesslich meldete, dass sein Flammenwerfer fast leer war.

Sofort übernahm Perry. Wie Mario es gesagt hatte, kam keines der Biester wirklich weit in den Raum. Sie schienen sich auch an dem Verlust ihrer Kameraden nicht zu stören. Ungebrochen versuchten sie einzudringen. Über den Boden, aber auch über die Wände und die Decke. Perry behielt alles unter Kontrolle, während Waldemar Donalds Waffe nachlud.

Nach Perry übernahm Claudia. Anfangs noch etwas ungeschickt, hatte auch sie die Lage schnell unter Kontrolle. Pascal, der für seinen Einsatz jederzeit bereit war, musste wieder über Mario staunen. Der hatte in ganz kurzer Zeit diesen verwegenen Plan ersonnen und der schien auch zu fruchten.

Bei Mario wurde es auch ernst. Es dauerte eine Zeit, bis der Teppich nahe genug war. Überraschenderweise dauerte es nur Sekunden, bis Jana den Hubschrauber reaktiviert hatte und abhob. Nun war Nataschas Stunde gekommen. Während Jana über den Teppich flog, fing sie an kleine Brandladungen abzuwerfen. Die schienen im Boden des Hubschraubers verstaut zu sein und fielen ungebremst einfach nach unten. Wo sie aber einschlugen, entfesselten sie einen unglaublichen Feuersturm. Jana kreuzte über der schwarzen Masse, die nach und nach von Feuer zerrissen wurde. Schneller, als Mario es sich erhofft hatte, war von den Angreifern nichts mehr zu sehen. Dieser Hubschrauber war ein echtes Ungetüm.

Schlussendlich kehrten sie zurück. Amy sprang mit den Mädels noch vor der Landung ab und sie stürmten das Krankenhaus. Doch erst in den unteren Stockwerken trafen sie auf Gegner. Diese hatten keine Chance. Es gab keinen Fluchtweg und bald war die Sache bereinigt.

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