Dungeons and Bugs

»Das ist durchaus eine logische Schlussfolgerung Katja!«

Amy trat vor und schaute sich die Exemplare genauer an.

»Und was, wenn wir die jetzt einfach abfackeln?«

»Ungewiss Amy. Es wäre möglich, dass wir dieser Erscheinung fortan zumindest temporär den Zugriff auf Muster verwehren. Es liegt jedoch auch im Bereich des Möglichen, dass die Muster bereits gespeichert sind. Dann wäre der Effekt bei Null.«

Amy drehte sich zu Kim.

»Egal. Brenn das Zeug ab!«

Kim nickte und trat zu Amy. Die ging zum Eingang zurück und wartete bei Katja.

Wenige Sekunden später war die Szenerie von hellem Licht durchflutet. Der Flammenwerfer zeigte sich sehr effektiv und warf einen gewaltigen Feuerstrahl auf die ganzen Boxen, die schnell zu schmelzen begannen und den Inhalt in Flammen setzte. Ein wenig hatte Katja Mitleid. Diese ganzen Insekten hatten eigentlich niemandem etwas getan und wurden jetzt einfach so vernichtet. Im Prinzip taten sie gerade nichts anderes, wie diese Schatten. Sie nahmen sich das, was ihnen unterlegen war und vernichteten es. Amy schien ihren Gesichtsausdruck deuten zu können.

»Mach dich nicht verrückt Katja. Ja, wir sind gerade nicht besser als die Schatten. Aber hier geht es um fressen, oder gefressen werden. Wenn wir die Schatten nicht aufhalten, sind wir bald das in diesen Boxen.«

Klar, Amy hatte natürlich Recht, da war sich Katja sicher. Gefallen tat es ihr trotzdem nicht.

»Kim! Ich verzeichne hier Aktivität. Ganze Wellen von schwarzen Insekten stürmen auf die Kirche zu!«

Kim beendete ihr Werk und schaute dann auf die Anzeige am Flammenwerfer.

»Ich hab noch halbe Ladung. Denkst du, dass wird reichen Natascha?«

»Ich würde kein Geld drauf wetten. Schaut lieber, dass ihr Land gewinnt!«

Amy wollte protestieren. Nun waren sie schon hier unten, also wollte sie auch weiter suchen. Katja zog sie jedoch schon mit sich und auch Kim hatte ihre Beine in die Hand genommen. Sie kamen bis in den ersten, sehr hohen Raum, da war die Reise zu Ende.

»Heilige Scheisse. Wie viele sind das?«

»Tausende Kim. Wie beim ersten Mal. Anscheinend hat es nicht viel gebracht, die Muster zu vernichten.«

Die schwarze Masse strömte die Treppe hinab und breitete sich dort wie ein Teppich aus, der unaufhaltsam auf die Mädels zu eilte.

»Klasse. Was jetzt?«

Katja schaute fragend zu Amy und Kim. Kim schien ratlos. Amy hatte jedoch einen Plan.

»Los, nach oben!«

»Genau Amy. Das hat beim ersten Mal ja schon super geklappt!«

»Richtig! Wir fliegen über die Biester. Die sollen wieder einen Turm bauen und du brennst den dann nieder Kim!«

Kim verstand und fand die Idee gut. Amy stieg bereits auf und auch Katja hob ab. Als Kim es versuchte musste sie vermerken, sie hätte es vorher mal ausprobieren sollen. Es war zwar nicht schwer, aber Anfangs war ihr Flug nicht gerade stabil. Trotzdem schaffte sie es zu den Beiden und nun hiess es warten.

Sie befanden sich in etwa in der Mitte des Raumes und Kim schaute beeindruckt zu, wie diese Käfer einen immer höheren Turm mit immer breiterer Basis bauten. Als die ersten Käfer sie fast erreicht hatten, feuerte Kim ihren Flammenwerfer ab.

»Scheisse, was ist das denn?«

Kim war stark verwundert, was natürlich auch Natascha hörte.

»Was ist los?«

»Die brennen nicht Natascha! Sobald das Feuer sie trifft, sieht es aus als würden sie zerplatzen und ein dunkler Schleier verteilt sich.«

»Mach weiter Kim! Da, der Strom versiegt!«

Rief Amy und zeigte auf die Treppe. Tatsächlich kamen dort immer weniger dieser Käfer nach. Natürlich feuerte Kim munter weiter und die Zahl der vernichteten Insekten stieg sehr schnell. Trotzdem machte sie sich Sorgen wegen dem Flammenwerfer. Würde die Ladung reichen?

Es dauerte eine beachtliche Zeit, doch dann war auch der letzte Käfer nur noch Rauch, oder Schatten, oder was auch immer. Kim stellte das Feuer ein und schaute auf die Anzeige. Runde zehn Prozent waren noch übrig.

»Puh. Das ist ja nochmal gut gegangen. Lasst uns raus gehen, damit ich das Ding hier aufladen kann.«

Katja, die immer noch flog, stemmte die Fäuste in die Hüften.

»Dann will ich aber auch einen!«

Perry, der alles in der Kommandozentrale vernahm, bekam sofort wieder einen Steifen. Seine Frau in dem Outfit mit einem fetten Flammenwerfer? Warum wurde er eigentlich wegen jedem Mist immer gleich heiss wie die Sonne?

»Jana, was denkst du?«

»Von mir aus Kim. Kommt raus, wir landen!«

Wenige Minuten später erreichten die Mädels den Hubschrauber. Katja war wieder beeindruckt von diesem imposanten Fluggerät. Kim eilte sofort vor die kleinen Tragflächen, öffnete die Tür und reichte schnell zwei neue Flammenwerfer an Amy und Katja. Amy musste dabei sofort fies grinsen.

Etwa 20 Minuten später war das Team wieder in den Dungeons. Das Feuer im Archiv glimmte noch etwas, aber da hielten sich die Mädels nicht auf. Sie drangen tiefer in diesen Komplex ein und suchten Raum für Raum ab. Je tiefer sie vordrangen, desto mehr drängte sich Amy eine Frage auf.

»Sagt mal ihr Schlaumeier. Wie realistisch ist es denn, dass ein Wesen aus dem All kommt, hier ausgerechnet in diese Kirche einschlägt und sich dann hier unten verkriecht?«

»Nun ja, meine liebe Amy. Die Chancen dafür zu berechnen würde jetzt lange dauern, deshalb …«

Waldemar wurde von Mario unterbrochen.

»Sehr unwahrscheinlich! Ich glaube nicht, dass dieses Etwas in der Kirche eingeschlagen ist. Es wird wohl eher nach einem Ort gesucht haben, wo es sich ungestört aufhalten kann und da sind solche Katakomben natürlich ideal.«

Dann schien der Weg zu Ende. Die drei Frauen standen in einem Raum, der noch sichtlich imposanter war, als der Erste. Doch er war komplett leer.

»Aha. Endstation. Ich glaube, wir müssen unsere Vorgehensweise überdenken!«

»Warum Kim?«

»Ganz einfach Natascha. Wir sind hier anscheinend im letzten Raum und der ist leer!«

»Könnt ihr die Intensität vom Flammenwerfer regulieren?«

Fragte Pascal über Funk.

»Was denkst du denn? Natürlich! Wir sind doch keine Amateure!«

»Boah. Kim, nehmt nicht immer gleich persönlich! Stell lieber mal deinen Flammenwerfer so ein, dass er nur genug Licht macht. Also möglichst kurzer Strahl. Einer setzt die Brille ab und du feuerst mal ein bisschen durch die Gegend. Mal schauen, ob sich Schatten zeigen.«

Kim schaute zu Amy und Katja. Die zuckten nur mit den Achseln. Amy nahm jedoch ihre Brille ab.

Ein Versuch konnte ja nicht schaden. Kim drehte die Leistung ihres Flammenwerfers auf das Minimum zurück und fing an zu feuern. Der Strahl war tatsächlich sehr kurz und erhellte den Raum dennoch relativ gut. Amy schaute sich um.

»Hier ist nichts Pascal!«

»Bist du dir da ganz sicher? Schau dich ganz genau um! Alles, was nicht so ist, wie es sein sollte!«

Wieder schaute Amy angestrengt durch die Gegend. Dann sah sie etwas.

»Ja spinn ich? Kim, schiess mal in die Richtung!«

Kim folgte ihrem Arm.

»Ist ja ein Ding. Hier ist eine ziemlich grosse Stelle, die nicht heller wird!«

»Wir gross?«

Fragte Pascal und schien beunruhigt.

»Gross. Dreiviertel vom Raum?«

»Raus da!«

Schrie Pascal über den Funk. So laut, dass die Frauen erschrocken zusammenzuckten. Amy wusste genau, wenn Pascal so ausser sich war, dann war wirklich höchste Gefahr. Sie dachte also nicht lange nach, sondern drehte sich um. Erneut erschrak sie und direkt nach ihr auch Kim und Katja.

»Housten, wir haben ein Problem! Der Durchgang ist weg!«

Kaum hatte sie das ausgesprochen, vernahmen sie ein Geräusch hinter sich. Als die Drei sich wieder umdrehten, war ihre Verwunderung gross.

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