Arbeit, Rennstrecke, Auto, Freunde, WG

Eines stellte sich in der kommenden Zeit definitiv heraus. Der Tag hatte einfach zu wenig Stunden. Perry und Donald waren dafür ein gutes Beispiel. Sie standen auf, arbeiteten etwas, dann ging es zum Training. Anschliessend wieder Arbeit bis etwa 16 Uhr, danach zum Auto, damit das auch für die neue Rennstrecke voll einsatzbereit war. Im Anschluss dann noch mit den Anderen Spass haben, ins Bett, Sex, dann war der Tag auch schon wieder beendet und es blieben auch nicht viele Stunden übrig, um sich wirklich zu erholen.

Elena und Katja hatten dieses Problem nicht so, da bei ihnen die Arbeit fehlte. Lediglich Claudia war mittlerweile ebenfalls fast den ganzen Tag mit ihrem Blog beschäftigt. Die Zahlen gaben ihre Recht. Immer mehr Leute lasen ihn, immer weiter stiegen die Werbeeinnahmen.

Das Katja, seit sie bestätigt bekommen hatte, nicht schwanger zu sein, jeden Tag zwischen zwei und drei Stunden nicht vor Ort war, fiel dabei eher weniger auf. Da sie mit Elena und Maia in der Regel bis zum Nachmittag in der Kommune war, hatte niemand wirklich die Zeit, sich darum zu kümmern. Dafür gab es einfach zu viel Sex hinter verschlossenen Türen. Da kam aber eine Überraschung auf die Freunde zu, besonders auf Perry.

Besonders spannend war es aber immer, wenn alle zusammen die Rennstrecke besuchten. Da sie nicht jeden Tag dort vorbeischauten, waren die Veränderungen immer sehr deutlich. Während Perry, Donald und Waldemar eher die Strasse, die Möglichkeiten für Kontrollpunkte und ähnliches kontrollierten, faszinierte die Mädels deutlich mehr die Arbeiten an den Gebäuden. Viele waren mit Gerüst verkleidet und die Maler zeigten, wie genial sie ein nagelneues Haus so aussehen lassen konnten, als hätte sich zumindest aussen seit Jahrzehnten niemand darum gekümmert.

Auch in den fertigen Häusern gab es sehr viel zu bestaunen. Zum Beispiel war alles typisch Amerikanisch eingerichtet. So, wie man es in Filmen und Serien oft sah. Ein Haus schien sogar aus diesem Film, mit dem schnellen und dem furiosen abgeschaut zu sein. Der eigentliche Gag war aber, die Meisten der Möbel wirkten älter und benutzt. Fast schon speckig, wie Elena meinte. Dabei waren alles nagelneue Möbelstücke, die vom Hersteller extra so gebaut worden waren. Eine Meisterleistung, wie die Mädels fanden, doch billig war das nicht. Als Claudia Janine darauf ansprach, zuckte dir nur mit den Schultern und meinte, da wäre jetzt eben weniger Geld auf deren Konto. Würde nicht wirklich auffallen.

Amy hatte dabei auf etwas bestanden, was alle Anderen erst einmal bescheuert fanden. Sie hatte Viper losgeschickt, die Leute aus dem Diner herbei zu schleppen, die dieses gemütliche Diner in der Nähe von Amys Wohnung in New Apple hatten. Diese sollten dafür sorgen, dass hier so eine Art Franchise-Diner entstand, mit den selben Gerichten, dem selben Look und den selben super freundlichen Bedienungen. Als es dann jedoch Gestalt annahm und die ersten Probegerichte gegessen werden konnten, verstand ein jeder, selbst ein Waldemar, warum Amy die Kosten dafür gestemmt hatte.

So verging die Zeit. Was dabei niemandem auffiel, da darüber auch nicht gesprochen wurde, Waldemar entwickelte sich in der Nacht immer mehr zum Herr über Elena. Sie liess es zu, dass er den Ablauf im Bett bestimmen konnte. Er machte daraus ein Spiel mit logischer Abfolge und gab knappe, aber durchaus knackige Kommandos. Dabei zeigte es sich, dass seine Beobachtungsgabe geradezu übermenschlich war. Er wusste ganz genau, wann er vor dem Sex eher noch ein orales Spiel einschieben musste, oder wann er sie einfach fix nehmen konnte. Genauso wie er erkannte, welche Stellung für Elena in diesem Moment die angenehmste war. Die verstand zwar nicht, woher er das wusste, aber er traf jedes Mal. Daraus ergab sich tatsächlich eine Art Dom-Sub-Verhältnis. Egal was Waldemar forderte, Elena tat es um festzustellen, seine logischer Art brachte sie schneller in weit höhere Ekstase, als so manch anderer Mann, der schon seit Jahren intensive Erfahrung im Bett gesammelt hatte.

Eines fiel den Leuten jedoch nicht auf. Lediglich Amy hatte darauf geachtet. Maia wurde zu einem immer festeren Bestandteil. Anfangs war sie zwar dabei, aber ähnlich wie Veronika vor ihr. Es gab die sechs Mädels, die drei Jungs und dabei dann Veronika. Maia hingegen wurde zu den Mädels gezählt. Ganz automatisch. Also sieben Mädels und drei Jungs. Auch das sie mittlerweile immer öfters in der WG übernachtete, wahlweise in Katjas, oder Elenas Zimmer, hier und da aber auch in der Wohnung der Neunburger, kam so schleichend, dass sich niemand etwas dabei dachte. Bis Amy es an einem Abend, wo alle in der kleinen Werkstatt der Jungs versammelt waren und gerade gegessen hatten, ansprach.

»Maia, was kostet dich deine Wohnung im Monat?«

Maia fand es merkwürdig, dass Amy das so aus dem Kontext der Unterhaltung gerissen ansprach.

»980 Euro kalt. Also sagen wir runde 1.200 Euro. Warum?«

»Weil du eigentlich nie dort bist. Wäre es nicht logischer, in die WG zu ziehen?«

Auf einmal machten die sechs Freunde aus Heinzfort riesige Augen. Daran hatte so noch niemand gedacht.

»Sind doch gar keine Zimmer frei Amy!«

»Ach nein? Warum kannst du dann sogar wählen, wo du schläfst? Ich bin mir sicher, Elena oder Katja haben noch Platz für deine Klamotten und dein restliches Zeug.«

»Und was ist mit meinen Möbeln?«

Donald lehnte sich zurück.

»Unser Haus auf der Rennstrecke ist quasi noch leer.«

Alle Blicke richteten sich auf Donald. Da hatte er nicht ganz Unrecht und das Haus auf der Rennstrecke hatte sogar acht einzelne Zimmer, von denen aber ja nur sechs gebraucht wurden. Eigentlich weniger, da auch dort die Paare zumeist beieinander schliefen.

»Aber, ihr seit doch ein eingeschworener Haufen. Ich bin doch nur …«

»Eine von uns! Süsse, Amy hat absolut Recht! Du warst in den letzten Wochen zusammengenommen nicht ein Tag zuhause. Du gehst nur mal schnell Klamotten holen und kommst dann wieder. Du hast doch vor kurzem selbst gesagt, dafür das du nie da bist, ist alles ganz schön verstaubt.«

»Aber, würdet ihr mich denn haben wollen?«

Katja rückte näher.

»Mädel, du hockst eh immer bei uns rum, wir knallen dauernd die gleichen Kerle und du schmachtest meinen Mann an. Du gammelst in meinem Bett, oder bei Elena. Wir sind also eh immer beieinander. Von mir aus bist du eh eine von uns!«

Maias Augen strahlten.

»Ja, eigentlich bist du echt schon hier angekommen. Ich meine, vor kurzem warst du ja zum Abendessen nicht da und jeder hat sofort gefragt, wo du steckst. Also. Passt doch. Oder ist jemand dagegen?«

»Bin ich!«

Alle Blicke schnellten auf Rebekka.

»Ach ja? Warum?«

»Ganz einfach! Ich kann doch nicht einfach eine neue Frau bei uns willkommen heissen, wenn ich die noch nicht vernascht habe! Also Mädel. Nachher bei mir! Dann sehen wir, ob du mich umstimmen kannst!«

»Hallo? Wer bin ich denn?«

»Ich weiss nicht wer du bist Maia, aber jetzt bist du schon durchgefallen!«

Maia verschränkte die Arme. Da bahnte sich dicke Luft zwischen den Beiden an und alle waren gespannt, wie die sich entlud.

»Ach, bin ich das? Halte ich für unwahrscheinlich, denn wenn, kommst du heute Abend zu mir, also in Katjas oder Elenas Zimmer. Dort reden wir über meine Aufnahme!«

Auch Rebekka lehnte sich zurück und verschränkte die Arme.

»Geht doch! Also dann nachher bei dir!«

Amy lachte. Das war so typisch Rebekka. Ihr ging es gar nicht um die Nummer, sondern um ihre Reaktion. Hätte Maia da einfach so nachgegeben, sie hätte Rebekka nicht umstimmen können. Aber so, wo sie ihr einfach die Stirn geboten hatte, konnte sie überzeugen.

Doch nach dem Essen ging es erst noch zurück ans Auto. Da war das Problem, dass die Kiste ja einerseits die Drag-Rennen bestehen musste, auf der anderen Seite aber nun auch driften können musste. Also einmal musste die Kraft des Motors möglichst komplett auf die Strasse, dann musste die Leistung die Hinterräder aber zum durchdrehen bringen. Ein Job für Waldemar, der alles so gut es ging berechnete.

Kernpunkt war der Abtrieb. Der musste einfach Variabel sein. Auch durfte keine Traktionskontrolle das Durchdrehen der Reifen verhindern. Hier gab es aber auch das Problem, bei den Drag-Rennen war es im Prinzip simpel. Da musste die Power einfach auf die Strasse. Bei den Drift-Rennen hingegen musste einmal die Power einmal die Reifen zum durchdrehen bringen, um das Heck ausbrechen zu lassen, wenn die Strecke dann aber ein längeres Stück gerade war, musste da die Power wieder auf die Strasse. Doch genau dies zu lösen bereitete Waldemar, der wieder einmal Elenas Intellekt bewunderte, richtig viel Freude!

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