Ende der Wohngemeinschaften?

»Okay. Wenn man es so betrachtet, dann ist das natürlich nicht ganz unlogisch! Ich wette, die Partys danach werden der Hit!«

»Davon kannst du ausgehen Katja. Ich hab auch schon mit Viper gesprochen und der ist von der Idee genauso begeistert! Dabei muss man bei ihm bedenken, seine Szene ist ihm heilig!«

»Da ist aber auf jeden Fall eine ganze Menge Platz an der Strecke. Ob man die ganzen Häuser auch voll kriegt?«

»Übers Wochenende sicher. Der Rest spielt ja nicht so die Rolle!«

»Was ich mich gerade frage, wenn diese ganze Gegend ja quasi so erschlossen wird und sich da schon fast ein kleines Dorf bildet, könnte man dort nicht auch wohnen?«

Perrys Frage erregte Aufmerksamkeit.

»Willst du umziehen Schatz?«

»Weiss ich nicht! Aber überleg mal. Dort kannst du machen was du willst, weil von den Gebäuden, der Strasse und so eh alles uns gehört. Ausserdem wohnt dort ja ausser uns dann niemand, ausser am Wochenende. Wenn da auch noch Fresstempel eröffnen, dann sitzen wir dort doch unglaublich gut!«

»Du Meinst, hier ausziehen, auch die Garage kündigen und dann sich komplett dort niederlassen?«

»Genau! Wir könnten eine riesige WG starten. Gemeinschaftsraum, Küche und das alles unten, dann die privaten Zimmer von uns Sechs oben drüber. Mit Garage und was dazu gehört. Da ist ja sogar eine Fläche für einen Garten!«

Elena und Claudia fingen gleichzeitig an, an ihrem Daumennagel zu kauen. Das hatte auch Katja noch nicht erlebt. Taten sie so etwas, waren sie intensiv am nachdenken. Bislang war es aber immer so gewesen, dass nur eine so reagierte. Beide, dann war Perrys Vorschlag offensichtlich einer genaueren Prüfung wert!

»Macht euch mal keine Gedanken über ungelegte Eier Leute. Das hier ist nur ein Modell. Das muss noch genau ausgearbeitet werden, dann müssen die ganzen Genehmigungen eingeholt werden, es folgt der Bauauftrag und irgendwann ist es dann fertig. Dann, wenn ihr dort seit und es euch genau anschauen könnt, dann könnt ihr entscheiden!«

Natürlich hatte Rebekka vollkommen Recht. Von dem Modell her musste man seine Fantasie zu weit schweifen lassen. Daraufhin eine Entscheidung zu treffen, wäre wohl in die Hose gegangen.

Die Tür öffnete sich und Waldemar trat herein.

»Perry, ich brauche deine Hilfe! Ich …«

Er verstummte und schaute sich das Modell an.

»Meine Freunde, wenn ich euch denn noch so nennen kann. Das Modell unserer zukünftigen Anlage kommt an und ich werde nicht darüber informiert? Das zeugt nicht von freundschaftlichem Verhalten!«

Katja verschränkte die Arme und zwar so, dass ihr ohnehin knappes Oberteil noch etwas nach oben rutschte und den immer noch zu sehenden Babybauch zeigte.

»Moment Mal Freundchen! Du wusstest genau, dass Perry und ich beim Frauenarzt waren wegen meiner Schwangerschaft! Als wir kamen, um das Ergebnis zu verkünden, hast du uns weggeschickt, weil du ja am arbeiten bist. Jetzt geht es aber um dieses Modell und dann hätten wir dich stören sollen? Junge, zeugt es von freundschaftlichem Verhalten, dass dir meine Gesundheit weniger bedeutet, als so ein Modell?«

Waldemar wurde bleich. Elena, die seine kaum zu erkennenden Reaktionen mittlerweile deuten konnte wusste, wie ihn sein eigenes Verhalten gerade verletzt hatte.

»Verzeih mir Katja! Du hast vollkommen Recht! Ich habe nicht wie ein guter Freund gehandelt und bitte dich offiziell um Verzeihung!«

»Ja, schon gut. Wir kennen dich ja. Aber unkommentiert wollte ich das nicht stehen lassen!«

Waldemar nickte und ging dann einfach an Katja, die ihm die Sicht versperrte vorbei.

»Ist das der endgültige Entwurf?«

»Japp! Ich bin nicht schwanger! Bei mir hat sich eine Scheinschwangerschaft gebildet die jetzt, wo ich es weiss, abklingen sollte!«

Wieder wurde Waldemar bleich. Dieses Mal achtete Elena jedoch nicht darauf, denn sie war mehr besorgt um Katja.

»Oh nein! Ist alles okay mit dir?«

Katja lächelte.

»Ja, mach dir keine Sorgen! Wenn ich wirklich schwanger gewesen wäre, dann hätte ich das schön gefunden, hab ja auch einen super Mann, der mich unterstützt. Aber so ist es irgendwie besser. Dann kann mein Dickerchen mich irgendwann dick machen!«

Sie lächelte Perry liebevoll an.

»Also bist du jetzt nicht traurig?«

»Eigentlich nicht Claudi. Ich sehe das mal so. Es ist ja nichts in mir gewachsen! Mein Körper hat einfach nur falsch reagiert. Es gibt mir aber jetzt die Chance, dass mein zukünftiges Kind dann meine und seine Gene haben wird. Das ist ein schöner Gedanke!«

»Ich bin auch gespannt, wie ein Kind sein wird, was meine und seine Gene haben wird!«

Mit den Worten grinste Elena böse und schaute in Waldemars Richtung. Zum ersten Mal überhaupt, reagierte er sichtlich emotional.

»Meine liebe Elena! An einem solchen Punkt sind wir noch lange nicht und wenn ich meine Gene verbreite, dann muss ich mir zu 100% sicher sein, dass alles perfekt ist!«

Nun verschränkte Elena die Arme und ihr Grinsen wunder immer diabolischer.

»Gab es da nicht jemand der lautstark behauptet hat, ich sei proportional perfekt? Hat gleicher Jemand nicht auch schon mehrfach betont, dass meine Kompetenz meiner äusseren Entscheidung in Nichts nachsteht? Hat dieser Jemand nicht auch intime Kontakte mit mir, obwohl er so etwas zuvor verachtet hat?«

Waldemar schaute zu Boden.

»Jemand hat das alles. Korrekt!«

»Also. Ich rede auch noch nicht von heute, oder morgen.«

Das schien Waldemar zu erleichtern.

»Gut, wenn nun alles geklärt ist, ich hätte gerne Erläuterungen zu dem Modell.«

Das liess sich Maia nicht zweimal sagen und fing an zu erklären. Als sie fertig war rieb sich Waldemar das Kinn.

»Ich bin von den Ausführungen wirklich sehr beeindruckt. Sie lenken meine Gedanken aber auch in eine bestimmte Richtung! Platzangebot, Infrastruktur und all diese Punkte würden es eigentlich begrüssen, dass wir unsere Wohnsituation ändern! Dort gibt es viel Ruhe und Platz. Dort haben wir, insofern sie sich ansiedeln, sowohl Händler, als auch Essensmöglichkeiten direkt vor der Tür und könnten auch ohne Zeitverlust am Auto arbeiten!«

»Moment! Du, der normalerweise Veränderungen verachtet, willst umziehen?«

»Mein lieber Donald. Wiedereinmal verkennst du die Lage! Weder sagte ich, dass ich einen Umzug will, noch dass ich eine Veränderung wünsche! Ich spreche lediglich das logische, offensichtliche aus!«

Perry machte grosse Augen. Wenn etwas logisch war, dann spielte auch eine Veränderung für Waldemar keine Rolle.

»Dann brauchen wir aber hier noch etwas extra Platz!«

Sagte Amy und zeigte auf einen Bereich ausserhalb der Rennstrecke.

»Warum denn das?«

Fragte Maia und kam damit Janine zuvor.

»Ganz einfach. Da muss ein Hubschrauberlandeplatz hin! 50 Kilometer sind zwar nicht so wild mit dem Auto, aber so könnten wir noch mehr Zeit hier verbringen! Das ist nämlich echt cool!«

Janine fing an zu lachen.

»Du bist irre, weisst du das? Neunburg, Brücken, Amerika und jetzt auch noch Heinzfort?«

»Was denn? Wir haben doch eh schon eine Wohnung hier!«

»Man bin ich froh, dass wir keinen normalen Tagesjob haben und über so viel Zeit verfügen können. Sonst wäre das da alles nicht machbar!«

»Ausserdem hab ich ja eben schon gesagt, erst mal abwarten, wie sich das hier entwickelt! Dann können wir weiter reden!«

»Hast ja Recht. Aber das ganze Flair ist einfach irgendwie so cool.«

»Auch wenn ich Amy Recht geben muss, eine Frage wäre da noch zu klären, an die ihr anscheinend noch nicht gedacht habt. Ihr könnt euch an den Wochenenden ja schlecht teilen!«

In der Tat hatten die drei Mädels aus Neunburg da gar nicht dran gedacht. In Amys Augen blitze es aber, denn sie hatte schon absolut den Plan, wie sie das regeln konnte. Wofür gab es denn schliesslich Pascal?

»Stimmt schon Waldi. Aber, wir gackern hier über ungelegte Eier. Ich weiss nicht wie es mit euch ist, aber ich hab Hunger!«

Wann hatte Janine eigentlich keinen Hunger?

Aufruf an die Leser! Wie geht es weiter?

Meine Protagonisten machen es schon wieder! Da entwickelt sich gerade etwas, was so nicht geplant war und da möchte ich eure Meinung!

Sollen die WGs in dem Bürogebäude aufgelöst werden, so dass die dortigen Bewohner wirklich in ein Haus an der geplanten Rennstrecke ziehen, oder sollen die Wohngemeinschaften so bleiben wie sie sind?

Schreibt eure Meinung in die Kommentare! Ich scheue mich ein bisschen davor, die WGs zu beenden, aber die Idee mit dem Wohnen auf der Rennstrecke ist irgendwie auch verlockend!

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1 Kommentar

  1. Ich bin da ehrlich gesagt auch uneinig was ich dir raten soll, beides hat seinen Reiz, die WG wie bisher habe ich leb gewonnen mir würde etwas fehlen wenn das weg fällt, andererseits würden sie ja weiterhin zusammen leben nur halt etwas anders als vorher.

    Könnte nicht auch beides gehen, denn die Rennstrecke würde ja nur am Wochenende benutzt werden so könnten sie die alte WG behalten und trotzdem das neue Projekt machen und da auch leben , wie Amy hätten sie halt zwei Orte.

    Ich bin zwar immer für neues aber man sollte nie seine Wurzeln dabei vergessen das ist meine Meinung.

    Ich bin froh und glücklich auch dankbar das es diese Serie und den Blog gibt, danke dafür.

    LG
    Maia

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