Immer diese Wetten

»Ich verstehe euch jetzt aber richtig? Auch wenn ich noch nie wirklich ein Auto bei so einem Rennen gefahren habe, also eins mit Schaltung und so, willst du 50.000€ auf meinen Sieg setzen?«

»Klar, ist ein sicheres Brett!«

»Wie könnt ihr von 50.000€ reden, als wäre das Spielgeld?«

Viper lachte.

»Katja, die gewinne ich heute Abend eh bei den Rennen. Hast du nicht gesehen, dass immer wieder Typen denken, die Viper herausfordern zu müssen? Da fahre ich nur gegen Geld!«

Das sich tatsächlich immer wieder Leute mit normalen Autos gegen die Viper trauten, war Katja schon aufgefallen. Jedoch nicht, dass Viper da Startgeld verlangte.

»Das sind doch Muschis Katja. Wenn sie sich ihrer Sache sicher wären, würden sie sich, oder ihre Mädels verwetten und nicht Geld.«

»Claudia, übersiehst du da nicht etwas?«

Claudia schaute zu Pascal.

»Was denn?«

»Ich habe kein Mädel! Ich könnte Amy verwetten, aber wo läge da der Reiz?«

Das hatte Claudia wirklich nicht bedacht. Sie hörte nur Wetten und dachte sofort an Sex.

»Auch wieder wahr Pascal!«

»Also ich hätte da eine Wette anzubieten! Pascal. Du gehst ja davon aus, ich verliere gegen Sarah. Ich sage, ich werde gewinnen! Bereit für eine Wette?«

Claudia wurde sofort nervös.

»Na klar. Geld?«

»Nein. Meine Sub gegen deine!«

Katja riss die Augen auf. Nicht, weil Donald sie verwetten wollte, sondern weil er sie Sub genannt hatte. Bei Perry entstand augenblicklich ein Zelt in der Hose. Claudia hingegen wurde richtig wütend.

»Willst du mich verarschen? Du setzt Katja als Wetteinsatz ein und nicht mich? Gehts dir noch gut?«

»Jetzt sei nicht böse Schatz! Ich würde ja sagen, seine gegen meine Freundin, aber er hat ja keine!«

»Ja trotzdem! Du solltest ja wohl als Erstes an mich denken, oder?«

Pascal fand das amüsant.

»Mach doch meine Sub gegen deine Freundin. Mir egal, wen ich verhaue!«

Claudia verstummte. Daran hatte sie ja so gar nicht gedacht. Aber noch weniger an das, was folgte.

»Soll mir Recht sein. Also deine Sub gegen meine Claudia. Einverstanden?«

»Eh, halt mal! Ich hab nicht gesagt …«

Pascal hob den Zeigefinger.

»Claudia. Bevor du weitersprichst bedenke bitte etwas. Du warst aufbrausend und hast deinen Freund angefahren, weil er nicht dich als Wetteinsatz hernehmen wollte. Nun tut er es und dir gefällt das trotzdem nicht. Du hast jetzt zwei Möglichkeiten. Sprich weiter und lehne das ab, was deine Glaubwürdigkeit stark dezimieren würde, oder akzeptiere, dass du dich selbst in diese Situation manövriert hast. Ausserdem, lehnst du es ab zeigst du deinem Freund, dass du an seinen Sieg nicht glaubst. Ist es das, was du willst?«

Da hatte sich Claudia ja einen richtig fiesen Bock geschossen. Ach wäre sie doch nur still gewesen.

»Also gut. Bin dabei. Aber wirklich verhauen? Nicht einfach nur vögeln?«

Amy lachte.

»Was denkst du was Donald mit mir machen wird? Mich einfach nur knallen? Dann hätte er nicht um die Sub gespielt.«

Manchmal wünschte sich Claudia wirklich, dass sie erst nachdenken würde, bevor sie sprach. Jetzt lag das Kind im Brunnen.

»Na super. Ich und mein grosses Maul. Also gut, abgemacht!«

Pascal kam zu Donald und reichte ihm die Hand. Wieder hatte er diesen Blick drauf, den Donald nicht verstand. Donald griff zu.

Die Zeit schritt voran. Es wurde Zeit zur Rennstrecke zu fahren. Wieder fuhr Mario mit dem Transporter voran. Natürlich mit Waldemar auf dem Beifahrersitz, der wich ihm nicht mehr von der Seite und hatte sich auch angeboten, während den Rennen mit am Kommandostand zu bleiben. Dahinter kam der Lion, dann der Lori, gefolgt von der Viper, dem Ruckzucki und ganz hinten der Garzella mit Donald und Claudia.

Wieder war der Platz gut gefüllt und wieder scherten die Autos zu einer Formation aus, als sie die letzte Kurve genommen hatten. Die Jungs erlebten nun den Beifall, den das Auftauchen von Amy und den Anderen auslöste. Sie waren mindestens genauso beeindruckt, wie die Mädels eine Woche zuvor.

Nicht minder beeindruckt waren sie von der ganzen Atmosphäre. So viele Autos, so viele Menschen! Alles mutete nach Strassenrennen an, wenngleich da auch die ganze Technik war, die eigentlich nicht zu dem Ganzen passen wollte, sich dennoch perfekt ins Bild einfügte.

Besonders begeistert waren Donald und Perry. Schon kurz nachdem Donald den Garzella abgestellt hatte, tummelten sich ganze Scharen von Menschen darum und wollten alles Mögliche über die Kiste wissen. Augenblicklich hatten die Beiden das Gefühl, schon immer in dieser Szene gewesen zu sein, so schnell wurden sie akzeptiert.

Waldemar half Mario dabei, den Kommandostand aufzubauen. Auch er war beeindruckt. Mario konnte von hier aus wirklich alles kontrollieren. Jeder Lautsprecher, die Anzeigentafel, die er mit schnell erstellten Videos füttern konnte, aber auch die Telemetrie vom Lion und Lori. Das war genau seine Welt. Nur leider gab es nur einen Stuhl, auf den man sich setzen konnte.

Perry und Donald lernten bald Phillip und Derrick kennen. Perry gefiel, dass Phillip auch nur ein ganz normaler Durchschnittskerl war, der dennoch eine Frau wie Amy erobert hatte. Also genau wie bei ihm und Katja. Donald fragte sich hingegen, was dieser Derrick wohl an sich hatte, dass Frauen ihm nicht widerstehen konnte. Nicht einmal seine, trotz ihrem Schwur. Es wollte einfach nicht in seinen Kopf.

Die Beiden konnten sich aber nicht lange bei Perry und Donald aufhalten. Schnell eilten sie los, um sich die ganzen Autos anzuschauen und die Infos an Mario weiterzugeben. Der entschied schnell, welche Fahrzeuge die Rennen starten würden.

Natürlich eilten auch Donald und Perry an die Strecke, als die Boliden an den Start rollten. Zwei Kleinwagen. Ein Lion16 und einer, der so massiv umgebaut worden war, dass man seine ursprüngliche Gestalt nur noch erahnen konnte. Wahrscheinlich ein kleiner Raudi.

Als schliesslich eine junge Dame hervortrat, um die Autos zu starten, war die Verzückung komplett. Die war ja so süss und hatte so unglaublich erotische Bewegungen drauf. Doch alles verblasste in dem Moment, wo die Motoren hochdrehten und kurz darauf die Autos davon eilten. Die Jungs waren sichtlich schockiert. Wenn die kleinen Dinger schon so viel Power hatten, was würden dann die richtigen Schlitten zeigen?

Das Rennen dauerte nicht lange, war aber recht aufregend. Die Beiden schenkten sich nichts. Während dem einen Schaltvorgang gewann der Lion etwas an Boden, kurz darauf dann wieder der theoretische Raudi. Kopf an Kopf ging es durchs Ziel und sofort schauten die Leute zur Anzeigentafel.

Es war der Lion, der den Sieg davongetragen hatte. 13,1 Sekunden hatte es gedauert. Donald musste schmunzeln. Sein Auto brauchte schon 14 Sekunden, um nur von 0 auf 100 zu kommen und die Beiden Kisten fuhren in der Zeit eine viertel Meile! Aber, dieses Rennen zeigte eins recht deutlich. Der Garzella war hier kein Opfer. Zumindest gegen die Kollegen würde er sich behaupten können, insofern der jeweilige Fahrer es nicht vergeigen würde.

Schnell wurden weitere Rennen gestartet. Sofort wurde den Jungs klar, hier gab es auch mehr als genug Autos, die den Garzella zu Lametta zerfetzt hätten. Etwas mehr als neun Sekunden brauchte ein Lamberarri, um die Strecke zu überbrücken. Aktuell für den Garzella eine unlösbare Aufgabe.

Doch es kam, was Viper vorhergesagt hatte. Einer der Fahrer forderte die Viper und tatsächlich trafen sich Viper und sein Gegner bei Mario und übergaben ihm etwas. Wahrscheinlich Geld. Kurz darauf standen die Autos an der Strecke und rein optisch war Vipers Gegner klar in Führung. Rebekka gab den Start und als sich ihre Arme senkten, blieben Perry und Donald fast die Herzen stehen. Es machte den Eindruck, als wäre Vipers Gegner, ein massiv aufgemotzer Stern, mit gezogener Handbremse losgefahren. Die Viper schoss mit derart viel Tempo davon, schon in der Hälfte hatte sie so viel Vorsprung, dass der Sieger feststand.

Was ein Wahnsinn! Ja, sie hatten es mehrfach gesagt bekommen und auf den Videos auch gesehen. Es jedoch zu erleben war etwas ganz anderes. Diese Power der Viper war unglaublich. Unglaublich war für Perry aber auch, dass seine Katja im ersten Rennen gegen dieses Monster gewonnen haben sollte. Sie? Mit so einem Tempo? Nein, für Perry war das nicht nachvollziehbar.

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