Beziehung die Zweite

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Noch ein paar Minuten verbrachten Claudia und Donald kuschelnd im Bett, bevor sie ihn schliesslich losschickte, um an seine Arbeit zu gehen. Dabei musste Donald im Wohnzimmer an Elena vorbei. Die registriere zwar, dass er da war und ein leichter Anflug der Frage, was er hier machte, kam in ihr auf, doch entschied ihr Kopf, dass es noch viel zu früh für solche Dinge war.

Als Donald dann jedoch das Tierheim betrat, schauten ihn drei verwunderte Gesichter an.

»Wo kommst du denn her?«

»Von euch Katja.«

»Jetzt sag nicht, nach Claudi und mir bist du noch zu Elena, oder noch mal zu Claudi?«

»Doch, sag ich. Claudi.«

»Bist du eine Maschine?«

»Nein Katja! Da ist nichts gelaufen!«

»Ist passiert gell?«

Donald schaute Perry an und musste grinsen.

»Ja. Schätze schon!«

»Wie bitte? Was ist passiert? Klärt mich mal jemand auf?«

»Na was wohl? Donald ist mit Claudia zusammen.«

»Zusammen? Dann hoffe ich mal stark, dass die liebe Claudia ähnlich energisch dabei ist, ihren Freund an die Arbeit zu schicken!«

»Beruhig dich Waldi. Ja, ist sie, sonst wäre ich jetzt nicht hier!«

»Wie cool! Dann müssen wir unbedingt was unternehmen! Samstag Kneipe zum Beispiel. Zwei Pärchen, eine Premiere!«

»Warum genau überrascht dich das nicht Katja?«

»Warum? Claudi ist meine Freundin und was denkst du, über was wir da drüben reden, wenn ihr nicht da seit?«

»Sex?«

Katja musste lachen.

»Ja, auch. Aber stell dir vor, auch bei uns dreht sich nicht alles nur ums Bett!«

Das war für die Jungs nicht ganz so einfach zu glauben.

»Aber Dicker, danke für deine Unterstützung!«

»Nichts zu danken. Du hättest das auch für mich gemacht.«

»Claudia meinte, du wirst immer besser!«

Katja stemmte die Fäuste in die Hüften.

»Hallo? Der hat eine super Lehrerin!«

»Die hat er zweifellos. Was macht denn dein Hintern?«

»Wehtun!«

»Sehr gut. Sorry nochmal, dass ich in dich gekommen bin.«

»In sie? Katja, sag mir bitte, dass wir keine Schwangerschaft zu befürchten haben!«

Katja schaute diabolisch zu Waldemar.

»Wer weiss! Ich verhüte zwar, aber wenn der Feuerwehrschlauch da aktiv wird, wer weiss, wer weiss!«

»Oh bitte nicht! Wir können uns wirklich keine Ablenkung durch eine Schwangerschaft und der einhergehenden Diskussionen über die Vaterschaft leisten!«

»Ganz ruhig brauner! Nein, keine Sorge. Ich denke nicht, dass ich jetzt schwanger bin.«

»Gut, sehr gut!«

»Und Donald, wolltest du das gestern?«

»Hätte ich es ansonsten gemacht?«

»Dann hör auf dich zu entschuldigen! Ich gehöre dir und wenn du das willst, dann darfst du das auch!«

Perry zuckte. Das war so gemein von Katja, so etwas in dem Moment zu sagen. Sie wusste doch genau, wie er darauf reagierte und gleich würde sie gehen.

»Zum Thema benutzen. Heute, 14 Uhr tanzt du hier an. Ich brauche dich!«

Katja musste grinsen.

»So? Ist deine Freundin nicht genug?«

»Das hat damit nichts zu tun! Wir zwei gehen Shoppen!«

So kam es schliesslich. Katja verschwand, Donald und Perry gingen an die Arbeit. Perry war zwar stark abgelenkt, doch behielt er genug Konzentration, um seine Arbeit fortführen zu können. Donald, der ebenfalls fleissig am zeichnen war, hatte da schon mehr Schwierigkeiten. Waldemar musste ihn einige Male ermahnen, aus den Büro- und Konferenzräumen nicht dauernd Liebeshöhlen zu machen.

Punkt 14 Uhr stand Katja wieder auf der Matte. Auch wenn Waldemar natürlich heftigen Einspruch einlegte, liess Donald sich nicht beirren. Es ging nach draussen, in sein Auto und mit dem in die Stadt. Schon als er auf einem grossen Parkplatz anhielt hatte Katja einen Verdacht, auf was er es abgesehen hatte. Ganz in der Nähe befand sich ein Juwelier. Ein echter Geheimtipp. Der war nicht gross, hatte aber unglaublichen Schmuck zu fast schon sagenhaft günstigen Preisen.

Donald steuerte zielstrebig darauf zu. Da kam in Katja die Frage auf, warum Perry noch nichts in der Hinsicht getan hatte. Donald war erst wenige Stunden mit Claudia zusammen und schien ihr schon einen Ring kaufen zu wollen. Perry hingegen hatte das Thema nicht einmal angesprochen. Allerdings musste sie auch zugeben, sie brauchte da nichts an ihrem Finger, um ihre Zugehörigkeit zu kennen.

Womit sie jedoch nicht gerechnet hatte, war Donalds kritischer Blick. Sie schauten sich viele Stücke an und Katja war sich sicher, da öfters etwas entdeckt zu haben, was Claudia gefallen hätte. Donald hingegen fand immer wieder etwas, was ihn daran störte. Bis er schliesslich fündig wurde.

Wenn sie ehrlich war, dann wurde Katja ein wenig neidisch. Das Teil war schon wirklich toll. Silber, ziemlich gross und schien genau genommen aus drei Ringen zu bestehen, die aneinander gefügt wurden. Keine überflüssigen Verzierungen, aber übersehen konnte man das Teil auf keinen Fall.

Nun war Katja an der Reihe. Wie das Teil aussehen sollte, da war sich Donald sicher. Doch keines Wegs über Claudias Ringgrösse. Was ein Glück, dass Katja dahingegen auch informiert war. Obwohl die Mädels es eigentlich mit Schmuck nicht so hatten. Klar, alle hatten welchen und ganz gelegentlich kam der auch zum Einsatz. Aber jetzt nicht so, wie bei den Schuhen, oder den BHs, wodurch es dann logisch war, dass die Mädels ihre Grössen kannten. Die Ringgrösse kannte Katja eigentlich nur deshalb, weil Claudia ein wenig dickere Finger hatte als sie. Sie musste also nichts anderes tun, als den Ring zu probieren und wenn der passte, dann musste er einfach ein bisschen grösser sein. Ganz einfach!

Doch seltsamerweise, nachdem Donald seine Wahl getroffen hatte, suchte er weiter. Katja verstand das gar nicht, war aber langsam besorgt wegen der Uhrzeit. Sie waren schon eine ganze Stunde unterwegs und um 16 Uhr sollten die Mädels bereits unterwegs sein, um einer Veranstaltung beizuwohnen. Mal was angenehmes. Einer der Kerle aus der Gruppe hatte, nach jahrelanger Kleinarbeit, seinen eigenen, kleinen Kinosaal fertiggestellt und der sollte an dem Tag eingeweiht werden.

Nachdem wieder einige Minuten vergangen waren, hatte Donald schliesslich etwas gefunden. Ebenfalls silbern, gross, aber dennoch nicht ganz so auffällig. Donald fragte dieses Mal auch nicht nach der Grösse. Warum auch? Er wusste ja, wie gross das Teil zu sein hatte. Interessanterweise war dieses Exemplar ein wenig enger. Katja merkte das zwar an, doch Donald schien das nicht zu kümmern. Schliesslich entschied sie, es war ihr egal. Wenn das Teil nicht passen würde, war das nicht ihr Problem.

Donald stöhnte, als der Verkäufer ihm den Preis für die beiden Schmuckstücke nannte. Zusammen ging der Preis auf fast 300€, was für Donald schon noch eine saftige Summe war. Klar, sein Unternehmen hatte mittlerweile einiges an finanziellen Mitteln auf dem Konto, aber die gehörten eben der Firma und nicht ihm. Für die Ausgabe würde er sich definitiv noch vor Waldemar rechtfertigen müssen, doch damit hatte er weniger Probleme.

Katja war ein bisschen verwundert. Als sie zum Auto zurückkamen, steuerte Donald nicht die Fahrertür an, sondern kam mit Katja herum, bis auch er an der Beifahrerseite war. Sie bekam weiche Knie, als Donald ihren rechten Arm anhob. Auch wenn sie nicht damit gerechnet hatte war ihr schon klar, was da nun folgen würde und Recht hatte sie damit. Donald förderte den zweiten Ring aus seiner Tasche und mit einer geschmeidigen Bewegung, als würde er das jeden Tag machen, schob er ihn über ihren Mittelfinger.

»So. Ein kleines Zeichen, dass du mir gehörst!«

Katja lächelte und fand diese Geste mehr als wundervoll.

»Als ob ich dafür einen Ring brauch!«

»Das ist auch mehr ein Symbol. Solange du den trägst, kann ich mit dir machen was auch immer ich will. Wenn nicht, dann werde ich dir keine Befehle geben!«

Wow. Katja war beeindruckt! Durch diesen simplen, wenn auch wunderschönen Trick hatte sie nun die Möglichkeit, sich seinem Willen zu entziehen. Nein, nicht seinem Willen. Es machte für sie keinen Unterschied. Doch konnte sie so sicherstellen, dass da keine unerwarteten Befehle von ihm kamen. Geniale Idee!

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