In den vergangenen Wochen habe ich etwas festgestellt. Ich bekomme vermehrt E-Mails und in fast allen wird der moralische Zeigefinger gehoben. Allerdings nicht so, wie ich es über Jahre gewohnt bin. Man wirft mir nicht vor, dass ich das Prinzip der Liebe, Ehe und Familie über den Haufen werfe, sondern dass ich mich verkaufe. Denn eines wäre klar: Der einzige Grund, warum ich bei Max bin, wäre das Geld.
Ich gehe mal davon aus, dass die meisten der E-Mail-Verfasser meine Geschichten gar nicht wirklich lesen. Was sie lesen, scheinen sie jedoch zu glauben, sonst würde man mir ja nicht solche netten Mails schreiben.
Zu Beginn will ich mal sagen: Solche Mails sind eigentlich ziemlich unnötig. Selbst wenn es nur das Geld wäre, weshalb ich bei Max bin, wäre mein Leben um so vieles besser als vor Max. Also, wenn ich damit glücklich bin, dann ist das doch gut, oder?
Eigentlich wollte ich ja noch einige Geschichten schreiben, bevor ich Nina ins Spiel bringe, aber es ist gerade ein wirklich guter Zeitpunkt, wie ich finde. Zumal die Abenteuer dazwischen sich im Allgemeinen auch eher immer wiederholen. Von daher springen wir einfach ein paar Jahre weiter an ein Wochenende, an dem Max alleine in Berlin war. Vielmehr springen wir an den Zeitpunkt, an dem er wieder zurückgekommen ist.
Natalie und ich gammelten unten im Keller und waren am Gamen. Die Hunde schlugen voller Vorfreude an, also war klar: Max war zurück. Natalie und ich beendeten die jeweilige Runde und dann ging es nach oben, um unseren Gönner zu begrüßen. Geplant hatten wir nichts, aber ein wilder Dreier war nicht ausgeschlossen. Bis wir oben waren.
Da war nicht nur Max. Nein, er hatte auch eine junge Frau dabei. Sie wurde uns als Nina vorgestellt und sie würde zumindest diese Nacht bei uns verbringen. Nun erwartete ich, da würde eine ähnliche Geschichte herauskommen wie bei Natalie und mir – dass er sie irgendwo kennengelernt hätte, sie mittellos wäre usw. Dem war aber nicht so.
Gefunden hatte Max sie auf halbem Weg zwischen Berlin und daheim. Max musste das Auto laden und war gerade essen. Was ja das Schöne bei den E-Autos ist: Man muss keine Tankstelle anfahren, sondern verbindet das gleich mit dem, was man ohnehin tun will. In dem Fall war es eben essen.
Nach dieser Pause machte sich Max wieder auf den Weg und vor der Autobahn sah er da eine Frau am Straßenrand stehen. Normal ist Max keiner, der einfach so Anhalter mitnimmt. Doch das Schild, das sich Nina gebastelt hatte, fand er überzeugend: „Blase bis …“. Wobei ich auch erwähnen muss, es ging Max hier nicht um einen Blowjob, sondern um diese offene Art, sich eine Transportgelegenheit zu organisieren.
Jetzt kommen natürlich die Kritiker und würden gerne sagen, dass es ihm sehr wohl um den Oralverkehr ging. Dem kann ich aber entgegenhalten: Es kam während der Fahrt zu keinerlei sexuellen Handlungen zwischen den beiden. Woher ich das weiß? Sie haben es gesagt. Ist das die Wahrheit? Ja! Warum? Weil Max mich noch nie angelogen hat und es auch überhaupt keinen Grund gäbe, warum er es in diesem Fall hätte tun sollen.
Weiter im Text. Nina kann man mit mir und Natalie nicht vergleichen. Okay, sie hatte sich an diesem Tag von ihrem langjährigen Lebensgefährten getrennt. Oder er sich von ihr – da kann man Haare spalten. Die beiden waren übers Wochenende in einer anderen Stadt, es kam wohl zum Zerwürfnis und Nina beschloss, diese Beziehung endgültig abzubrechen. Da sie jedoch nicht genug Geld dabei hatte, um einen Bus, die Bahn oder ein Taxi zu bezahlen, hob sie am Straßenrand den Daumen.
Nina war damals jedoch keineswegs an dem Punkt, nie wieder eine Beziehung zu wollen, und ganz besonders war sie nicht in der Situation, in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken. Sie hatte nur an diesem einen Tag keine Bargeldreserven am Start.
Ich war schwer beeindruckt, als wir im Wohnzimmer saßen und uns näher kennenlernten. Nina war und ist selbstständig. Sie kommt aus dem IT-Bereich und betreut diverse Websites und Shops irgendwie im Backend-Bereich, was auch immer das ist. Kurz gesagt: Sie verdient ihr eigenes Geld und davon offensichtlich auch nicht zu wenig.
Des Weiteren ist Nina auch nicht so wie Natalie und ich. Sex spielt in ihrem Leben keine nennenswerte Rolle. Wenn die Hormone zuschlagen, dann nimmt sie sich ihren Spaß, aber Sex einfach so aus Lust und Laune ist nicht ihr Ding. Sie nimmt sich, so ihre Aussage, ihre Befriedigung entweder am PC – wobei hier Coden gemeint ist und kein Cybersex – oder auf der Rennstrecke. Sie erzählte da etwas von einer Rennsportlizenz und keine Ahnung, was noch. Mittlerweile kann ich bestätigen: Wenn man sie hinters Steuer setzt, wird jedes Auto zu einem Geschoss und sie hat absolut den Plan, wie man mit den Dingern umgeht. Genau wie am PC, aber dazu gleich mehr.
Sie blieb also über Nacht, wurde aber am nächsten Tag von Max nach Hause gefahren und es dauerte bis zum darauffolgenden Wochenende, bis wir sie wieder sahen. So blieb das auch eine Zeit lang. Sie tauchte am Wochenende auf, verschwand aber in aller Regel am gleichen Tag wieder. Dann, nach ein paar Wochen, blieb sie über Nacht, dann übers Wochenende und so nach einem halben Jahr stellte sie dann die Frage, ob es für sie auch einen Platz in unserer WG geben würde.
Hier dann auch wieder ein Unterschied zu Natalie und mir. Wir hatten ja Probleme mit den Wohnungen, der Arbeit und so weiter. Nina hatte das alles nicht. Sie hatte ihren Ex in kürzester Zeit ausquartiert und danach keinerlei Probleme mit ihrem Domizil. Sie konnte es problemlos bezahlen, fühlte sich dort im Prinzip auch wohl, also überhaupt nicht so wie bei uns.
Dass sie irgendwann aber auf die Idee kam, zu uns zu ziehen, war genau einer Tatsache geschuldet: Sie fühlte sich bei uns einfach pudelwohl. Dazu muss ich auch klar anführen, sie hatte zu Beginn nie Anspruch auf Max’ Angebote erhoben, sich das Essen von ihm bezahlen zu lassen. Sie bezahlte immer alles selbst! Ihr gefiel es aber bei uns. Mich nannte sie das unkontrollierte Chaos, Natalie war ihr disziplinierter Rocky-Verschnitt und Max ihr Selfmade-Man. Sie verstand sich auch von Anfang an blendend mit Tony. Der hatte mit ihr allerdings seine Schwierigkeiten, weil sie ihm dauernd bei seiner Arbeit zur Hand gehen wollte.
Kurz gesagt: Für Nina war der Einzug einfach nur logisch. Warum die Zeit alleine daheim verbringen, wenn man doch bei uns Spaß haben konnte? Platonischen Spaß natürlich. In der ganzen Zeit machte sie nie Anstalten, irgendwie Sex haben zu wollen. Nicht mit Max, nicht mit Tony und mit Natalie und mir schon gar nicht. Man kann ihr nicht nachsagen, sie sei homophob, denn sie hatte nie ein Problem damit, wenn Natalie und ich am Schmusen waren. Es war nur einfach für sie nicht interessant.
Von Natalies und meiner Seite gab es keinen Grund gegen einen Einzug. Max hingegen stellte eine Bedingung. Wenn sie schon bei uns einziehen würde, würde er für die entsprechende Hardware sorgen. Nina schleppte immer einen Laptop mit sich rum, der wohl durchaus extrem gut war, doch aus Max’ Sicht gehörte zu einem Programmierer auch ein anständiger PC. Nina wehrte sich eine Zeit lang, gab dann aber nach. Jedoch nicht, ohne eine eigene Bedingung zu stellen, und die bestand darin, dass sie unsere Hausautomation auf einen eigenen Server usw. umstellen wollte. Da Max darin kein Problem sah, kam es also zum Einzug.
Witzig war das schon. Max erkundigte sich bei ihr, welches Equipment sie denn gerne im Keller hätte, und sie fing an zu erzählen. Nicht ein Monitor, nicht zwei, nicht drei. Nein, Nina wollte sechs Monitore, verteilt auf zwei Grafikkarten oder so. Drei Stück in zwei Reihen übereinander. Das Witzige ist: Sie benutzt die sogar intensiv. Für mich war es nicht klar, wofür man so viele brauchen würde, aber bei Nina sind die wirklich alle in Benutzung.
Nun gut. Nina machte sich daran, unsere Automation zu ändern, Max ging shoppen. Damit waren alle vier Ecken im Keller besetzt. Ich fand Max’ Gesicht so goldig, als alles aufgebaut war und Nina die Kiste zum ersten Mal startete. Da bootete Windows, wie es ja auch normal ist. Nina bekam sofort einen Anfall, zog einen Stick aus ihrem Arbeitsrucksack und Windows flog sofort runter, um einem Linux zu weichen. Warum man sich das antut, weiß ich zwar nicht, Nina fühlt sich damit aber wirklich wohl und kann anscheinend auch alles genauso gut machen wie wir. Hacker eben.
Auch ein Unterschied zu Natalie und mir war: Sie behielt ihre Wohnung, baute sie jedoch in ein Büro um. Das wir zwar kaum nutzen, aber ab und an trifft sie sich dort mit Kunden, wenn die etwas von ihr wollen. Sie besteht auch bis heute darauf, dass sie die Miete dafür bezahlt, inklusive der Putzfrau, die dort für Klarschiff sorgt. Bis heute ist da nicht ein Cent von Max an sie geflossen und nein, sie muss dafür auch nicht unter den Schreibtisch.
Eines ist jedoch absolut gleich zu Natalie und mir: Sie verurteilt nicht. Als sie mitbekam, dass ich mittwochs meinem Job unter Max’ Schreibtisch nachging, wollte sie zwar die Einzelheiten zu diesem Vertrag wissen, rümpfte aber nie die Nase oder so. Sie findet es schräg, aber keineswegs negativ. Das gilt auch für unser doch sehr intensives Liebesleben. Nie kam Kritik, nie kam eine negative Bemerkung. Sie findet es sogar beeindruckend, was Natalie und ich gelegentlich für Anstrengungen unternehmen, um Max möglichst geil zu machen oder uns gegenseitig. Auch findet sie es spannend, von meinen Abenteuern zu erfahren. Allerdings nicht aus Geilheit, sondern aus Neugier. Hier hebt sie aber dann doch hin und wieder berechtigt den Finger und erklärt mir, dass ich mit dem Feuer spiele. Recht hat sie, ich kann aber leider nicht gegen meine Natur.
Gelegentlich war sie auch mal am Wochenende unterwegs, um jemanden kennenzulernen. Hin und wieder war das auch von Erfolg gekrönt, wobei ich hier jetzt dann zeitlich doch stark vorgreife. So hatte sie auch eine Beziehung über fast ein halbes Jahr mit einem Mann, der logischerweise auch hin und wieder bei uns aufschlug. Ein netter Kerl, da kann ich nichts anderes sagen, und die beiden wirkten auch recht glücklich miteinander. Doch es kam, wie es kommen musste. Seine Freundin war jeden Tag mit einem finanziell sehr potenten Mann in einer WG, in der auf Teufel komm raus gefickt wurde. Er wurde eifersüchtig, machte ihr oft Unterstellungen und es krachte dann irgendwann, als er sie vor die Wahl stellte: Entweder würde sie ausziehen oder die Beziehung sei beendet.
Das ist ein Punkt, mit dem man bei Nina nicht kommen darf. Nina lässt sich nicht unter Druck setzen und wenn jemand der Meinung ist, so etwas wie eine Beziehung einfach so opfern zu können, wenn ihm etwas nicht in den Kram passt, dann ist die Entscheidung schon beim Stellen der Wahl getroffen und Nina wird sich dabei nie für die Person entscheiden. Wie sagt sie immer? Wer mit dem Fortbestand der Beziehung, der Freundschaft oder was auch immer drohen kann, der ist es nicht wert. Und ich gebe ihr recht.
Mittlerweile ist sie auch an dem Punkt zu sagen, sie braucht keine Beziehung. Alles, was sie braucht, hat sie bei uns. Da ist dann auch der Sex inbegriffen. Nach einiger Zeit, als ihre Hormone die Kontrolle übernommen hatten, war sie dann auch mit Max im Bett und sie ist da der gleichen Meinung wie ich: Eine Vasektomie ist einfach eine geile Sache. Allerdings beweist sie da dann auch immer, dass sie wirklich kein nennenswertes Interesse an Sex hat. Denn kaum hat Max sie befriedigt, ist in der Regel für einen Monat alles gelaufen.
Es gibt aber noch einen Unterschied zwischen uns. Während ich gerne lange wach bleibe und dafür lange schlafe, sitzt Nina fast immer ab acht Uhr morgens am PC. Wie gesagt, sie ist nach wie vor selbstständig und ist für ihre Kundschaft während der üblichen Geschäftszeiten auch erreichbar.
Ohnehin ist sie an ihrem PC auch wirklich glücklich. Sie tippt immer irgendwelchen Code in das Ding, ob es nun geschäftlich ist oder privat. Sie hat Max schon einiges an Software geschrieben, womit er seine Geschäfte in einem Blick im Griff hat. Sie hat uns sogar aus Langeweile einen eigenen Messenger gebaut. Der läuft rein über unsere Server, ist voll verschlüsselt und hast du nicht gesehen. Dabei ist er optisch sehr ansprechend, hat irrwitzig viele Funktionen und kann sogar auf die Autos zugreifen. Mir persönlich gefällt das sehr gut und da sind schon diverse Bilder und Videos von mir drüber gewandert, die absolut nicht jugendfrei waren, und ich muss mir nie Sorgen machen, dass die in falsche Hände geraten könnten. Der Aufwand dafür war ziemlich groß und es gibt gerade einmal zehn Nutzer. Natalie hat mit dem Ding aber immer wieder ihren Spaß und es folgen regelmäßige Updates.
Sie hat auch eine Software geschrieben, die unsere Gameserver steuert. Die laufen im Übrigen auch alle im Haus, was eine nicht ganz bescheidene Summe gekostet hat. Damals, als sie diesen Ball ins Rollen gebracht hatte, gab es auch eine wirklich hitzige Diskussion zwischen ihr und Max, wer für die Kosten aufkommen würde. Max setzte sich letzten Endes durch.
Nina ist aber auch keineswegs negativ zu unseren sexuellen Eskapaden eingestellt. Es macht ihr überhaupt nichts, wenn Max mich im Wohnzimmer auf dem Sofa knallt, während sie am Essen ist oder was im TV schaut. Im schlimmsten Fall macht sie einfach den Fernseher etwas lauter. Sie kam auch schon und hat mir, während Max und ich am Fummeln und Knutschen waren, einfach den BH aufgeschnippt, mir einen Dildo geholt oder keine Ahnung. Sie ist da also absolut locker drin, macht aber in der Regel nicht mit. Bis auf dieses eine Mal an Silvester, von dem ich euch ja berichtet habe.
Sie hat sich auch schnell zu einem festen Bestandteil bei uns etabliert. Wenn wir irgendwo hinfahren, sitzt eigentlich immer sie am Steuer. Bei den Model 3 war das noch witzig, aber seit wir ein Model S und besonders seit dem Model S Plaid haben, ist fast jede Fahrt durchzogen von Gebeten, da Natalie für ihr Leben gerne Audis scheucht. Sie legt sich da mit Freude mit Dränglern an. Wobei auch hier wieder gilt: Jeder kann fahren, wie er will, muss seine Tickets aber aus eigener Tasche bezahlen. Ob das der Grund ist, warum sich Nina in aller Regel an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält oder ob sie das tut, weil sie hinterher besser scheuchen kann, weiß ich allerdings nicht.
Man merkt aber sehr gut, dass Nina nicht nur wegen der PS den meisten anderen Autos überlegen ist. Wie oft hatten wir das mittlerweile schon, dass Freizeit-Schumis auf der Geraden einen Bleifuß hatten, in den Kurven dann aber immer sehr konservativ wurden. Nina ist da anders. Sie hat oft Kurvengeschwindigkeiten drauf, da wird mir Angst und Bange. Sie ist auf der Straße das, was Natalie im Kampf ist. Einfach wahnsinnig gut. Wir waren schon einige Male Kart fahren. Bei Max funktioniert so etwas natürlich nicht so wie bei anderen Menschen. Nina brachte dieses Hobby ins Spiel, Max fand Gefallen daran und kaufte kurzerhand so einen Laden. Der wurde dann technisch auf den neuesten Stand gebracht und er hat eine extra Halle dran gebaut, wo nur wir fahren. Also egal wann wir Lust haben, wir fahren dort hin und können fahren, solange wir wollen. Nina ist dort ziemlich oft anzutreffen, auch wenn sie nur gegen ihre eigene Zeit fährt.
Generell kann man hier aber auch sagen: Egal wann wir dort sind, Nina fährt in einer ganz anderen Welt. Ich ramme oft die Bande, drehe mich und so. Nina fährt wie auf Schienen, lässt den Arsch ausbrechen und keine Ahnung. Fahre ich eine Runde, fährt sie drei.
Hier kommt dann auch Natalie ins Spiel. Nina hatte schnell gemerkt, dass sie in Sachen Kraft, Ausdauer und so voll den Plan hat, und ist seither oft bei ihr im Gym zu finden. Wundert mich eigentlich nicht, wenn man mit ihr Auto fährt, hat man hinterher Muskelkater und blaue Flecken.
Lustig ist aber, wenn wir zum Beispiel einen Ego-Shooter spielen, ist sie sogar schlechter als ich. Dabei hätte ich eigentlich gedacht, so Hacker sind auch beim Gamen voll die Profis. Aber nein. Nina wartet dann immer, bis ich eine Spezialaktion abziehe, und geht dann die erstarrten Gegner erschießen. Ihr macht das viel Spaß, auch wenn sie wirklich überhaupt nicht gut ist.
Nina und Max sind auch aktive Bastler. Max hatte ein RC-Auto. Schon lange, bevor er uns kennengelernt hatte. Das hatte aber ein Problem mit dem Motor. Nina schnappte sich das Teil und baute kurzerhand einen eigenen Motor dafür. Max fand das toll. Daraus ist ein Dauerprojekt geworden. Gegen das Teil sieht KITT aus wie ein Kettcar. Max baut da gerne irgendwelche Elektronik ein, die Nina dann programmiert. Mittlerweile kann man das Teil auch in der First-Person-View fahren. Also so eine Brille auf und man hat das Gefühl, man sitzt mitten drin. Mit echten Anzeigen im Auto selbst, aber auch mit Anzeigen im Bild. Das Ding kann echt alles. Es variiert die Spoiler beim Fahren, kann seine Bodenfreiheit verändern und was weiß ich noch alles. Es macht richtig Spaß, mit dem Ding über die Straße zu brettern.
Okay. Warum erzähle ich euch das jetzt eigentlich alles? Nun, es geht nach wie vor um den Punkt, dass ich nur bei Max bin, weil der bezahlt. Mir mag man das unterstellen können, wie aber Nina? Nina verdient nach wie vor ihr eigenes Geld und ist auf Max nicht angewiesen. Nein, sie verdient nicht im Ansatz so viel, wie Max an Zinsen macht, aber darum geht es ja auch gar nicht. Alles, was sie hier bei uns hat, könnte sie sich auch selbst besorgen. Sei es jetzt jeden Tag bestellen oder essen gehen, die Autos, den PC – Nina hätte das Geld dafür.
Man kann Nina auch nicht unterstellen, dass sie finanzielle Zuwendungen mit Sex ausgleicht. Denn wie gesagt, sie hat in der Regel vielleicht ein- oder zweimal Sex im Monat und den auch weniger ausgefallen als funktional. Natalie und mich hat sie in der ganzen Zeit nur einmal intim angefasst und das war an besagtem Silvester.
Wie erklären sich die Moralapostel das? Warum ist Nina hier, wenn es weder um Geld noch um Sex geht? Im direkten Gespräch hat sich bisher immer gezeigt, an dem Punkt klappt der erhobene Zeigefinger immer wieder ein. Also gehe ich davon aus, die lieben E-Mail-Schreiber werden hier auch keine Argumente finden.
Dann bliebe jetzt die Frage: Warum ist Nina hier? Es gibt nur eine Antwort. Weil sie gerne hier ist. Weil sie hier glücklich ist, weil sie hier ihr Leben leben kann. So. Wenn das für sie gilt, dann muss es aber auch für mich gelten! Ich lebe hier, weil ich hier wirklich glücklich bin. An jedem einzelnen Tag. Nur mit dem Unterschied, ich verdiene kein eigenes Geld und liebe Sex mit Max und Natalie und auch Tony natürlich. Das ist das Gleiche wie für Nina ihr PC oder die Autos. Es ist keine Voraussetzung, damit ich hier sein will. Es ist einfach Spaß, den ich mir nehme.
Jetzt bin ich mal sehr gespannt, ob es Kommentare oder E-Mails zu dieser Geschichte gibt.
