[Nadine] Gleichberechtigung?

Gleichberechtigung ist ein Thema, welches mir immer wieder bitter aufstößt. Warum? Weil es von vorne herein die Gleichberechtigung bricht!

Damit das klar ist, ich als Frau bin selbstverständlich für Gleichberechtigung. Es wäre ja auch irgendwie komisch, wenn ich es nicht wäre. Allerdings sehe ich das Thema etwas differenzierter, als viele Andere, gerade Aktivisten. Damit ecke ich immer wieder an. Wer mich aber kennt, also wer meine Beiträge hier gelesen hat dürfte wissen, was die Leute über mich denken, ist mir herzlich egal.

Ich will das Thema trotzdem mal aufgreifen, weil es irgendwie immer wieder präsent ist.

Fangen wir mal darüber an, dass wir überhaupt über Gleichberechtigung reden. Zu Uhrzeiten gab es zwischen Mann und Frau eine klare Trennung. Der Mann geht jagen, die Frau kümmert sich um das Lager und die Aufzucht der Nachkommen. War diese Unterscheidung schon ein Grund zu sagen, Frauen waren weniger Wert?

Nein! Wenn man mich fragt, hat zu dieser Zeit überhaupt keine Konkurrenz bestanden. Mann und Frau hatten verschiedene Rolle und das aus gutem Grund. Die Männer zogen los, um Fleisch auf den Tisch zu bringen. Sie waren dafür prädestiniert, da sie einen stärkeren Knochenbau und ein leichterer Aufbau von Muskeln hatten. Zudem waren Männer besser im Bereich der Navigation. Die Frauen hingegen verstanden sich besser darin, zum Beispiel essbare Pflanzen zu identifizieren, mehrere Dinge gleichzeitig regeln zu können usw. Das war keine Konkurrenz, es war Spezialisierung!

Getrennte Aufgaben und jeder tat das, was er am Besten zu diesen Aufgaben beitragen konnte. Da war die Frau nicht weniger Wert, weil sie nicht das Fleisch zurück brachten. Sie waren gleich viel Wert, weil die Männer zurückkamen und dort lief alles. Eine gut geölte Maschine, könnte man also sagen.

Irgendwann kam dann aber irgendjemand, mit ziemlicher Sicherheit ein Mann, auf die Idee zu sagen, Frauen sind das schwache Geschlecht. Es gehört beschützt und muss sich deshalb den Männern unterordnen. So oder irgendwie so in der Art wird das wohl gewesen sein und seither haben wir Frauen ein Problem.

Es gab dann immer wieder Frauen, die für unser Recht gekämpft haben und das ja auch irgendwo mit Erfolg. Ich meine, dass ich das hier schreiben kann heißt ja, ich habe irgendwann lesen und schreiben gelernt und das war uns Frauen ja durchaus lange verwehrt.

Die Frage ist jetzt, sind wir heute denn wirklich gleichberechtigt? Leider ist die Antwort nein. Allerdings nicht nur, weil die Männerwelt uns gerne weiterhin als Unterspezies sehen würde (nicht alle natürlich), sondern auch wegen der heutigen Form des Aktivismus.

Wo stehen wir denn heute?

Ja, man hat uns diverse Rechte zugesprochen. Wir dürfen theoretisch machen was wir wollen.

Warum theoretisch? Nun, rein Rechtlich mag es so sein. Gesellschaftlich jedoch nicht. Das fängt ja schon bei so etwas banalem wie OnlyFans an. Wie viele Männer gehen dagegen steil? Warum? Weil eine Frau Videos und Fotos von sich zeigt und damit Geld verdient? Die Meisten von denen haben gar keinen Kontakt zu ihren Abonnenten oder wie das dort heißt. Die zeigen ihren Körper, vielleicht ihre Intimität mit anderen Meschen und die Leute bezahlen dafür.

Man könnte ja jetzt einfach sagen, wer daran kein Interesse hat, der geht nicht auf OnlyFans und bezahlt dort einfach nicht. Die Leute, die nicht in den Puff gehen wollen, gehen ja auch nicht in den Puff. Das ist ja alles kein Muss. Aber nein, es wird dagegen gestänkert mit tollen Aussagen wie: „Dein Papa muss stolz auf dich sein!“.

Ist das Gleichberechtigung? Meiner Meinung nach nicht. Die Frau hat zwar das Recht, so etwas zu machen, aber wenn sie ist tut, wird sie angegriffen oder verunglimpft. Ich wette, wenn Männer das machen würden, würden die im Erfolgsfall in Talk-Shows eingeladen und gefeiert werden. Hier ist die Gleichberechtigung also eher weniger gut vertreten.

Oder die Kleidung. Max hat sich gestern über ein Reel aufgeregt, wo es darum ging, ob eine Lehrerin sich freizügig auf Instagram zeigen kann. Die Betonung liegt auf freizügig, denn solche Plattformen lassen ja explizite Nacktheit, zumindest bei Frauen nicht zu. Ein Mann darf sich mit nacktem Oberkörper zeigen, wird sogar in der Werbung gezeigt, eine Frau darf das aber nicht. Oha, schon wieder so ein Punkt, wo es dann doch mit der Gleichberechtigung hakt.

Das zieht sich ja auch bis in die tollen KIs. Versuch mal, mit einem dieser KIs ein Bild von einer Frau auf einem Bett zu generieren. Zack, geht nicht. Warum? Um die Frauen zu schützen. Hä? Eine KI generierte Frau muss geschützt werden, indem man sie nicht auf einem Bett zeigt? Weil das einen sexuellen Kontext haben könnte? Wie ist es denn bei den Männern? Die kann man durchaus halb nackt aufs Bett packen mit einladender Pose. Hat die KI kein Problem damit.

Die Sache hier ist nun einfach die. Die KI kann nichts dafür. Die macht eigentlich alles, was du ihr sagst. Bis dann ein Filter zuschlägt und der wurde von einem Mensch da rein gepackt. Was sagt dieser Filter? Ein Mann kann machen was er will, eine Frau muss geschützt werden. Was für ein Blödsinn! Mit Gleichberechtigung hat das überhaupt nichts mehr zu tun. Wenn man mich fragt, ist das Sexismus oder sogar Diskriminierung.

Man muss aber eigentlich auch gar nicht so weit gehen. Max hat mich da zum Beispiel auch auf ein Reel aufmerksam gemacht, wo von einer Frau Ratschläge für ein Bewerbungsgespräch gegeben wurde. Da ging es auch um das Thema Kleidung. Was seriös wirkt und was nicht.

Nun, was wirkt denn Seriös? Männerkleidung ein wenig auf Weiblich getrimmt. Hose, Bluse, Blazer. Perlenohrringe, Perlenkette usw. Bitte? Da könnte ich an die Decke gehen. Warum? Weil das im Prinzip nichts anderes heißt als, Kleide dich wie ein Mann, auch wenn es Modisch etwas auf weiblich getrimmt ist, dann bist du seriös. Da krieg ich Puls.

Nehmen wir mal Nina. Die ist auf dem Gebiet der IT ein absolutes Ass. Bevor sie kam, war unser Haus zwar auch Smart, aber über den Server eines Anbieters. Sie kam, hat mal eher so im Vorbeigehen alles so umgebaut, dass jetzt alles noch smarter ist und über unseren eigenen Server läuft. Wir brauchen keine Alexa, um alles per Sprache zu steuern. Für Nina ist das eine kleine Fingerübung. Genau wie unsere Spieleserver. Nichts mehr da irgendwelche Anbieter. Nein, die laufen allesamt bei uns und Nina steuert sie über ein eigens dafür geschriebenes Programm. Morgens, also gegen elf Uhr, hat sie damit angefangen und Mittags war alles umgestellt und läuft bis heute.

Niemand kann ihr also die fachliche Kompetenz absprechen. Aber, würde sie zu einem Vorstellungsgespräch gehen, mit einem sexy Kleid, wäre sie sofort nicht mehr seriös oder kompetent. Nur, weil sie sich wirklich weiblich kleidet. Wahrscheinlich würde eine andere Frau im Hosenanzug dann den Job kriegen, obwohl Nina um Welten mehr auf dem Kasten hat. Ist das Gleichberechtigung?

Nein! Es ist Kontrolle! Warum Kontrolle? Nun, ganz einfach. In irgendeinem meiner Beiträge habe ich ja schon geschrieben, dass ich meinem Ex zuliebe Mitglied in seinem Autoclub war. Dort habe ich es, durch das Betonen meines Körpers, dann relativ schnell in eine führende Position gebracht, obwohl ich von dem Thema so gar keine Ahnung habe. Alles, was ich bieten konnte, war ein sexy Anblick und das hat gereicht, dass ich immer wieder mehr Stimmen bekam, als meine Konkurrenz. Obwohl meine Themen eigentlich immer wieder am Thema vorbei gingen. Wie gesagt, ich hatte davon ja eigentlich überhaupt keine Ahnung und habe das einfach so gemacht, wie ich es mir ausgedacht habe. Mit Erfolg eben!

Hier liegt eben das große Problem. Männer sind im Kopf animalisch. Noch in der Zeit der Jäger und Sammler gefangen. Wir Frauen haben unsere Waffen und die heißen in der Regel banal Brüste. Wenn wir es geschickt anstellen, beim Mann das sekundäre Gehirn zu kitzeln, gewinnen wir. Das ist kein Mythos, keine Legende oder kein Wunschdenken. Ich habe es in einigen Situationen immer wieder unter Beweis gestellt.

Frag mal eine Frau, wie viel sie in der Kneipe bezahlen muss. Also jetzt keine angepasste Frau, für die Komplimente und Einladungen schlimm sind und ein Tabu darstellen. Ich rede von offenen Frauen. Die Antwort ist total simpel. Wenig bis gar nichts! Wer meine erste Geschichte gelesen hat weiß, ich bin damals mittellos in die Kneipe, um alleine meinen Geburtstag zu feiern. Das konnte ich mir leisten, denn bezahlen hätte ich nicht müssen. Es ist sehr, sehr einfach, mit ein bisschen Flirten die Getränke auf den Deckel von einem Mann zu verschieben.

Das ist kein Einzelfall, keine Seltenheit. Wann auch immer ich Solo in einer Kneipe war, musste ich nie irgendwas bezahlen. Es fand sich immer ein Mann, der es für mich übernahm. Wohl gemerkt, ohne dass ich dafür mit dem was machen musste. Flirten reicht da immer!

Was heißt das jetzt konkret? Nun, wir Frauen werden nicht unterdrückt, weil wir schwach und hilflos sind oder nichts im Kopf haben. Nein, wir werden unterdrückt, weil wir ansonsten die Macht ergreifen würden! Denn das wirklich schwache Geschlecht ist eigentlich der Mann! Nicht was Kraft oder Intelligenz angeht. Nein, weil der Mann eben dieses Sekundärgehirn hat und das können wir Frauen ansprechen und dann verlangen was wir wollen.

Hier muss ich aber auch klar sagen, gut aussehen reicht nicht! Du musst auch den nötigen Verstand haben, deine Mittel korrekt einzusetzen und das ist nun etwas, was wirklich Köpfchen erfordert. Geh mal in der Kneipe zu einem Mann und sag dem, er soll deinen Deckel bezahlen. Der schaut dich schief an, glotzt kurz in deinen Ausschnitt, dann lacht er dich aus. Nein. Man muss da schon subtiler vorgehen. Die Zeichen des Mannes lesen und verstehen und wissen, wie man das verwendet. Das ist nichts, was ein Dummchen mal nebenbei auf die Reihe kriegt. Ganz im Gegenteil!

Der Betreiber des Blogs hier hat dafür ein super Beispiel gebracht, was ich mittlerweile gerne aufgreife. Cleopatra. Die war sexy und intelligent. Ergebnis? Während die Römer ringsum alles nach Bedarf erobert haben, kamen sie, wenn auch nur am Anfang, in Ägypten nicht weit. Cleopatra wusste, wie sie ganz alleine das römische Reich in die Knie zwingen konnte. Mit Attraktivität und Verstand!

Es gibt noch eine schöne Aussage, welches unsere Situation derzeit sehr gut Beschreibt. Wir Frauen dürfen frei sein, aber nur unter Aufsicht! Genauso ist es auch. Faktisch dürfen wir machen was wir wollen. Realistisch kriegen wir überall den moralischen Zeigefinger gezeigt.

Sex ist hier ja auch ein tolles Thema. Ich habe viel Sex mit verschiedenen Partnern. Laut Meinung vieler meiner Mitmenschen bin ich eine Schlampe, eine Dirne, leicht zu haben. Ein Mann in meiner Position wäre ein Hengst, ein Macher, ein Player. Das ist irgendwie schon witzig, wie ich finde.

Gerade die Aussage, ich wäre leicht zu haben, ist hier schon total falsch. Das bin ich nämlich überhaupt nicht! Ich und nur ich entscheide, wer mich haben kann und wer nicht. Genau genommen ist es sogar komplett andersrum. Wenn mich jemand will und ich will den nicht, dann sind seine Chancen gleich Null. Nicht ganz gleich Null. Wenn er es schafft, die richtigen Knöpfe zu drücken, kann ich durchaus schwach werden. Aber dennoch bleibt die Entscheidung schlussendlich bei mir, nicht bei ihm. Andersrum ist es viel, viel einfacher. Wenn ich einen Kerl will, habe ich den fast immer in ganz kurzer Zeit. Es gibt Ausnahmen, wie der Treuetest gezeigt hat. Aber, auch da hatte ich am Ende Erfolg. Genau genommen sind also die Männer leicht zu haben, nicht dir Frauen.

Trotzdem kriege ich es ab, nicht die Männer. Ich bin die, die leicht zu haben ist, dabei kann ich doch ganz leicht haben, was immer ich will. Hat das was mit Gleichberechtigung zu tun? Ich würde sagen nein.

Was ich aber besonders schlimm finde, sind viele der Aktivisten. Ja, ich gendere hier bewusst nicht. Natürlich meine ich weibliche Aktivisten. Was da abgeht, ist in meinen Augen sehr oft total kontraproduktiv.

So gibt es da eine, die erfolgreich vor Gericht geklagt hat, dass in den Formularen der Banken Kunde und Kundin geschrieben wird. Das ist wieder ein Punkt, wo ich Puls kriege. Was soll der Schwachsinn? Sind wir deshalb mehr gleichberechtigt? Wenn man mich fragt nein. Ganz im Gegenteil. Genau so etwas führt dazu, dass wir eine Sonderrolle bekommen und keine Gleichberechtigung. Wenn ich dem Mann gegenüber gleichberechtigt bin, dann zählt für mich der Begriff Kunde genauso, wie für den Mann. Punkt, ende, aus.

Natürlich gibt es hier auch wieder ein paar Sonderfälle. Der Kaufmann zum Beispiel. Da steckt explizit der Begriff Mann drin und da dann Kauffrau zu sagen, finde ich absolut Legitim. Aber der Busfahrer? Der Lehrer? Der Pilot? Der Soldat? Warum zur Hölle sollen wir uns davon abgrenzen und ein „in“ dahinter setzen? Gleichberechtigung wäre es nur dann, wenn man die Begriffe beiderseitig aufteilen würde. Der Busfahrerer und die Busfahrerin. Das wäre Gleichberechtigung in meinen Augen. Aber nur uns Frauen da eine Sonderbezeichnung, bzw. Endung dran basteln, grenzt uns ab und führt uns nicht zusammen!

Dann ein ganz hartes Thema. Pfiffe und Rufe von Männern zu uns Frauen. Ach, was wird da für ein Aufstand geprobt. Das hat mittlerweile ja auch eigene Begriffe. Ich verstehe das nicht! Wenn ich an einer Baustelle vorbei gehe und man pfeift mir nach, dann schmeichelt mir das! Okay, es gibt manche Zurufe, die wirklich unter die Gürtellinie gehen. Aber, wisst ihr, was ich darüber denke? Die armen Kerle sind in ihrem Denkvermögen leider eingeschränkt und wissen es nicht besser! Ja, genau so sehe ich das! Es ist kein Angriff gegen meine Würde, sondern ein Armutszeugnis Seitens des Rufenden.

Was natürlich nicht geht ist nachstellen und belästigen. Aber, auch bei einem Mann wäre das nicht okay. Wenn also eine Frau auf einmal hinter einem Kerl, der offensichtlich kein Interesse hat, herlaufen und den mit flachen Sprüchen angraben würde, wäre es genauso falsch, als wenn ein Mann das bei einer Frau macht. Hier sehe ich also keines Wegs einen Widerspruch zur Gleichberechtigung.

Das irrwitzige ist aber auch, wenn zwei Frauen hintereinander, mit etwas Abstand, an einer Baustelle vorbei gehen. Die Eine kriegt Pfiffe, die Andere nicht. Dann ist die Eine pissig, weil die Typen das machen und die andere kriegt einen Schlag aufs Ego, weil sie es bei ihr nicht machen. Das ist so bescheuert!

Warum lässt man die nicht einfach pfeifen und rufen? Solange sie auf Distanz bleiben und das Thema durch ist, sobald man die Örtlichkeit verlassen hat, ist doch alles gut! Warum kann man das nicht als Kompliment nehmen, sondern fühlt sich herabgewürdigt? Ich verstehe das nicht. Mich macht das stolz, wenn man mir nachpfeift. Es geht aber schon ein bisschen ans Ego, wenn die Typen Natalie nachpfeifen und mir nicht. Passiert tatsächlich immer wieder.

Hier zeigt sich auch, wie die Gleichberechtigung immer mehr einen Knick bekommt. Wenn eine Frau einem Mann nachpfeift, erzählt der das sofort seinen Freunden und gibt damit an. Viele Frauen fühlen sich angegriffen und Aktivisten sehen darin auch einen Grund, zu protestieren.

Genau da verbiegen wir ja selbst unsere Gleichberechtigung, indem wir einen Sonderstatus verlangen. Das ergibt für mich auch keinen Sinn. Wenn ich gleichberechtigt sein will, dann aber doch komplett oder?

Das bringt mich zu dem schwierigen Thema #Metoo. Das hat für uns Frauen durchaus was bewirkt. Aber nicht nur im positiven. Ich war noch auf Google+ unterwegs, als dieses Thema seinen Höhepunkt erreicht hat und was musste ich da oft lesen? Viele Männer haben angefangen sich abzusichern, indem sie immer dafür gesorgt haben, dass sie nie alleine mit einer Frau am Arbeitsplatz waren. Warum? Weil viele das Thema gnadenlos instrumentalisiert haben. Um ihre Ziele zu erreichen waren sie bereit, einen Mann anzuschwärzen und da das Thema gerade sehr präsent war, wurde ihnen einfach so mehr geglaubt als dem Mann. Das war, wenn man mich fragt, dann einen Tiefschlag gegen die Gleichberechtigung.

Ich meine, Belästigung ist in meinen Augen eine zu tiefst subjektive Sache. Nina zum Beispiel fühlt sich weit schneller von einem Mann belästigt, als ich. Natalie spielt in dem Fall nicht mit. Wenn sie sich belästigt fühlt zeigt sie gerne, wer hier am längeren Hebel sitzt. Für den Mann geht das eigentlich nie gut aus. Wenn der nicht auf ihre Drohgebärden reagiert und einfach weiter macht, liegt er in aller Regel bald in Embryonalhaltung auf dem Boden und wimmert.

Das Problem, welches ich hier sehe ist also, woher soll denn ein Mann wissen, wann eine Frau sich belästigt fühlt und wann nicht? Mir kann man nachpfeifen, mir sagen, ich würde geil aussehen und so. Mir gefällt das. Nina würde sich belästigt fühlen. Der Punkt ist der. Ein Mann kann es nicht wissen! Ist es deshalb aber gleich eine Belästigung?

Okay. Wenn ein Mann zu einer Frau geht und sagt, sie hat geile Titten und er will sie mal ficken, dann ist es natürlich eine echt harte Wortwahl, die durchaus geahndet werden kann. Aber, in vieler Hinsicht wird ja schon ein mit Komplimenten versehener Flirt als Belästigung gesehen. Es ist eben subjektiv. Der Kasus Knackus (oder wie man das schreibt) liegt hier nicht in der Belästigung selbst, sondern im Verhalten bei einer Ablehnung. Wenn jemand Nina belästigt, sie ihm eine Abfuhr erteilt und der sich dann verzieht, ist für sie das Thema vom Tisch. Es gibt aber eben auch viele Frauen, die dann zur Anzeige schreiten und das finde ich persönlich einfach nicht richtig. Das hat nichts mit Gleichberechtigung zu tun. Das ist irgendwo schon Machtmissbrauch.

Was ist denn das Resultat? Wie oft höre ich, dass Männer mittlerweile kaum noch den ersten Schritt machen. Ist das denn ein Wunder? Du gehst als Mann doch mittlerweile dauernd das Risiko ein, anstatt eines Korbs eine Anzeige zu kassieren. Will man das Risiko wirklich eingehen?

Viele Männer haben ja ohnehin schon Angst, ihren Crush, wie es ja heute heißt, überhaupt anzusprechen. Aus Angst vor einer Abfuhr. Wenn du da dann noch hinzu nimmst, dass du eben nicht nur eine Abfuhr sondern in Kürze ein Schreiben bekommst, dass du angezeigt wurdest, dann traut man sich doch überhaupt nichts mehr!

Das Paradoxe an der Sache ist, auf die Weise macht man es den Männern immer schwerer. Aber selbst darf man ja, weil die Gesellschaft es so vorgibt, auch nicht den ersten Schritt machen. Frauen machen so etwas nicht, sonst sind sie ja Schlampen und leicht zu haben.

Versteh mal einer diesen Schwachsinn. Ich kann es nicht, egal wie oft ich über das Thema nachdenke. Eigentlich sagen wir, wir wollen gleichberechtigt sein aber eine Sonderstellung haben. Klar, ich will im Auto ja auch nach vorne fahren und lege dafür den Rückwärtsgang ein. Ist doch total logisch!

Auch ein schönes Beispiel. Wenn man in der Kneipe ist, muss man mal Kerle beobachten. Was machen die? Die boxen sich, schlagen sich auf den Hintern und was weiß ich nicht noch alles. Aber wehe, die klatschen einer Frau mal auf den Arsch. Dann ist sofort die Kacke am Dampfen. Wieso? Wir wollen doch gleichberechtigt sein! Bei Männern ist das sehr simpel. Da haut einer dem anderen auf den Hintern, weil der vielleicht gerade beim Darts einen Meisterwurf hingelegt hat. Der Typ will das nicht, sagt es und es passiert nicht mehr. Warum können wir Frauen das nicht? Warum müssen wir dann immer gleich den großen Otto von der Leine lassen? Warum sagen wir nicht auch ganz einfach, dass wir das nicht wollen? Wir geben den Männern ja gar nicht die Chance, ihr Fehlverhalten zu korrigieren. Nein, wir proben dann sofort den Aufstand.

Ich will mal sagen, wie ich mir Gleichberechtigung vorstelle. Wir streichen einfach das Wort Gleichberechtigung komplett! Keine Sonderstellungen, keine Verhaltensregeln, keine Anzeigen. Wir vergessen einfach, dass Mann und Frau unterschiedlich sind und akzeptieren, dass es keine konkurrierende Fähigkeiten sind, sondern kombinierbare.

Wir werfen einfach das ganze Thema über Board. Das eine ist ein Mann, dass andere eine Frau. Aber, beides sind Menschen! Wir brauchen keine Gleichberechtigung, wenn wir genau das so sehen. Bei Hunden funktioniert das. Das eine ist ein Schäferhund, dass andere ein Labrador. Spielt doch keine Rolle, es sind beides Hunde!

Gleichberechtigung funktioniert nur dann, wenn wir nicht mehr in Männer und Frauen denken, sondern in Menschen. Wenn wir nicht mehr das Outfit sehen, sondern die Kompetenz. Wenn wir die Fähigkeiten nicht mehr gegeneinander abwägen, sondern sie ergänzen.

Ich will keine Frauenquote. Ich will kein #Metoo. Ich will kein Gendern. Ich will Menschen! Ich will, dass jeder nach seiner Kompetenz behandelt wird. Ich will nicht mehr, dass hervorgehoben wird, dass zum ersten Mal eine Frau zum Mond fliegt. Ich will, dass da eine Gruppe Menschen zum Mond fliegt. Ich will keine Frau an der Spitze der Regierung. Ich will einen kompetenten Menschen! Ich will wieder aus einer Toilette trinken können ohne Ausschlag zu bekommen. Sorry, der musste sein.

Das und nur das ist Gleichberechtigung. Wenn Mann und Frau nicht mehr konkurrieren, sondern beides Menschen sind. Dann und nur dann haben wir Gleichberechtigung! Jede Sonderstellung treibt uns, wenn man mich fragt, immer mehr von der Gleichberechtigung weg.

Ich sage auch mal eins voraus. Wenn das nicht klappt, dass wir uns alle als Menschen sehen, wird es über kurz oder lang zu einem Kontrollverlust kommen und dann beginnt das Reicht der Amazonen. Ob die Männer das wollen?

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