Mir hat gestern jemand etwas an den Kopf geworfen, was ich hier an einem einfachen Beispiel widerlegen möchte. Die Aussage war: „Ohne eine Beziehung kann man nicht romantisch sein!“.
Na, dann will ich einmal demonstrieren, dass es durchaus geht! Wichtig hierbei ist natürlich, bei einer schnellen Eroberung ist das um Welten schwerer. Aber, für alle die, die keine Angst davor haben, eine Freundschaft durch Sex zu zerstören, ist es sogar unglaublich einfach.
Wobei ich schnell noch ein paar Worte zu Sex und Freundschaft nennen will. Das ist auch wieder so ein Schwachsinn, der durch die Gesellschaft entstanden ist. Sex ist ja etwas mystisches, etwas ganz edles oder was weiß ich nicht noch alles. Sex gehört ja auch ausschließlich in eine feste Beziehung mit Liebe und hast du nicht gehört. Wobei es aber auch gleichzeitig heißt, über Sex redet man nicht. Ja, wie jetzt? Sex wird auf der einen Seite hoch stilisiert, auf der anderen Seite aber quasi in den Darkroom verbannt? Was soll denn der Mist?
Ich habe da mal eine einfache Frage. Was genau soll der Sex denn an einer Freundschaft kaputt machen? Man kann doch alles Mögliche mit einem Freund machen. Weggehen, essen, reden (oft sogar einfacher als mit dem Partner), shoppen, Filme schauen, Gesellschaftsspiele spielen, sogar bei einander schlafen. Oft ist auch kuscheln überhaupt kein Problem. Warum sollte es Sex sein?
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Weil die Gesellschaft Sex auf einen Sockel hebt, wo Sex gar nicht hin gehört! Was ist denn an Sex so besonders? Wenn wir mal von einer Hetero-Kombination ausgehen, dann dringt ein Penis in eine Vagina ein. Um jetzt mal den eigentlichen Geschlechtsakt zu beschreiben, ohne die ganzen Spielereien. Was zur Hölle ist daran so schlimm? Warum soll man das nur in einer Beziehung mit dem Partner fürs Leben machen? Der wahrscheinlich nicht einmal der Partner fürs Leben ist? Das ergibt für mich einfach keinen Sinn. Das ist eben dieses Dogma aus der Gesellschaft und damit komme ich nicht klar.
Demzufolge, ich sehe da überhaupt nichts problematisches dran. Sex ist nichts anderes als shoppen. Eine Beschäftigung. Das die Gesellschaft da so ein Geschiss drum macht, geht mir einfach nicht in den Kopf.
Zurück zum Thema. Es war zwischen Weihnachten und Neujahr. Ein ganz normaler Tag. Ich hatte aber so ein Bedürfnis in mir. Ich wollte Nähe, Geborgenheit. Irgendwie wollte mein Kopf so etwas, anstatt einfach nur einen geilen Fick, gamen und so. Den ganzen Tag lief ich mit diesem Gefühl herum.
Es ging in Richtung Nacht und das Gefühl hatte sich über den Tag immer mehr verstärkt. Beim gamen hatte ich keinen wirklichen Zug, Essen war auch nur Nahrungsaufnahme und machte mir keinen Spaß, irgendwie war ich anders als sonst. Ich saß also da an meinem PC und lief in Ark einfach nur in der Gegend herum, ohne wirklich was zu machen.
Irgendwann weit nach Mitternacht, meinte Max dann, er würde ins Bett gehen. Das weckte in mir sofort einen Wunsch. Ich wollte mit. Nicht zum ficken, sondern nur wegen der Nähe. Also fragte ich Max ob es okay wäre, wenn ich mit ihm kommen und bei ihm schlafen würde. Der war natürlich einverstanden, er mag so etwas ja auch, holt es sich in aller Regel aber bei seinen Hunden. So hin und wieder findet er es aber auch mit mir und Natalie schön.
Wir gingen also hoch, in sein Schlafzimmer, ich zog bis auf Slip und Shirt alles aus und wir stiegen ins Bett. Die Hunde merkten, dass ich dabei war und verzogen sich zusammen auf die eine Seite vom Bett. Normalerweise liegt einer Links und einer Rechts von Max, wodurch er die Beiden, je nachdem wie er sich dreht, abwechselnd kuscheln kann.
Ich lag also da, am Rand vom Bett. Max in der Mitte, die Hunde neben ihm. Decke drüber und er nahm mich sofort in den Arm. Direkt spürte ich, wie gut mir das in dem Moment tat. Wobei ich noch einmal klarstellen will, ich liebe Max. Aber wie einen Freund. Ich hatte und habe nach wie vor keine Gefühle romantischer Art für ihn. Ich will ihn nicht als Lebensgefährten im klassischen Sinne, will nicht, dass er mein ist oder so etwas. Diese Gefühle, die ich bei allen meinen Ex hatte, fehlen bei ihm oder auch Natalie komplett.
Anstatt zu schlafen, fingen wir an zu reden. Richtiger Deeptalk, wie man ja heute sagt. Über Dinge, die uns beschäftigten. Zum Beispiel redete ich auch mit ihm darüber, dass ich ihn zwar liebte, aber keine Schmetterlinge hatte. Er konnte das zurückgeben.
Irgendwann drehte ich ich zu ihm um und er legte seinen Arm direkt wieder um mich. Wir redeten weiter, es waren auch witzige Dinge dabei und ich fühlte mich einfach nur sicher und geborgen. Wobei ich da bei Natalie wohl ein sichereres Gefühl haben müsste, da die mich ja wirklich verteidigen kann, wenn es sein muss. Aber auch bei Max fühlte ich mich so unendlich sicher.
Nach einer geraumen Zeit kam dann so ein Moment. Wobei ich sagen muss, Max schläft immer mit Fernseher, wo irgendwelche Dokus laufen. Es war also nicht dunkel im Raum. Keine Ahnung wie es passiert ist, aber wir schauten uns auf einmal nur noch in die Augen. Für eine wirklich lange Zeit und es fühlte sich sehr schön an. Irgendwann kam dann Max Kopf dann näher. Ich schloss meine Augen und wir fingen an uns sehr leidenschaftlich zu küssen.
Max streichelte mir dabei auch über den Rücken, was ich bei ihm gleichtat. Es war unglaublich schön in dem Moment und nein, auch da waren keine Schmetterlinge. Es war einfach nur schön. Auch so intensiv. Nicht dieses wilde küssen wie beim ficken. Langsames Zungenspiel, teilweise nur mit den Spitzen und so. Auch kratzte ich ihm nicht über den Rücken, sondern ließ meine Finger nur sanft über seine Haut gleiten, wie er es bei mir tat. Ja, natürlich haben wir uns unter den Shirts gestreichelt. Ich finde es doof, dabei nur Stoff zu spüren. So weit blieb es aber jugendfrei. Nur Rücken.
Nach einer gefühlten Ewigkeit voller schöner Gefühle, wollte ich aber dann doch mehr. Ich drehte mich auf den Rücken, richtete mich auf und entfernte mein Shirt. Nachdem ich wieder neben ihm lag, tat er das Gleiche. Hätte er natürlich auch gleichzeitig mit mir machen können, aber Max ist nicht immer der Schnellste.
Ich drückte mich an ihn und seine Brust an meinen Brüsten zu spüren war anders als sonst. Ich will nicht sagen, dass es besser war als sonst. Es war eben einfach nur anders. Irgendwie romantischer, inniger. Das Gefühl, ganz nah bei jemandem zu sein.
Das Küssen ging natürlich weiter und Max fing an, so gut es eben ging, auch den Rand meiner Brüste zu streicheln. Das brachte mit Gänsehaut ein. Schöne, wohlige Gänsehaut. Nein, auch da waren keine Schmetterlinge und es kamen auch nie welche. Sieh das als Flatrate an und denk daran, solltest du beim lesen an so etwas denken. Das kam nicht, fertig.
Ich rollte mich dann irgendwann auf den Rücken. Max streichelte mich sofort weiter, aber nicht direkt an den Brüsten. Er streichelte meinen Bauch, zwischen meinen Brüsten hoch zum Hals, meine Arme und auch mein Gesicht. Es war himmlisch. Ich bekam auch Küsse auf meinem Arm. Von der Schulter bis hoch zu den Händen. Hin und wieder, wenn es möglich war, küsste er auch meinen Hals und die Schulter, streichelte dabei dann wieder meinen Bauch.
Er küsste auch jeden Zentimeter meines Bauchs und das fühlte sich irgendwie so an, als wäre es der heilige Gral, den er gerade gefunden hatte. Es war wirklich sehr intensiv und schickte oft wohlige Schauer über meinen Rücken. Ich fühlte mich so gut, so gesehen. Gleichzeitig auch so sicher und geborgen.
Aber irgendwann wollte ich dann auch. Ich drückte Max also sanft auf den Rücken und fing nun meinerseits an, seine Haut mit Küssen zu benetzen. Dabei streichelte ich ihn auch und ließ meine Brüste immer sanft an ihn steifen. Hin und wieder wanderte ich auch nach oben und küsste ihn richtig. Aber auch seinen Hals. Das fühlte sich so intensiv an. Ich liebkoste da einen der wichtigsten Menschen in meinem Leben und das verschob die Empfindungen in eine andere, sehr schöne Richtung. Wobei ich auch gleich sagen muss, meine Geilheit könnte ich so nicht befriedigen. Das ist nicht das, was mein Kopf dafür braucht. Aber, bleiben wir mal romantisch und sagen, mein Herz genoss diese Momente in vollen Zügen, ohne verliebt sein zu müssen.
Es verging einige Zeit so. Mal drückte er mich wieder auf den Rücken, dann ich ihn wieder. Doch irgendwann glitt meine Hand dann unter den Bund seiner Boxer. Ich wollte ihn dort berühren und das er hart war, machte mich nicht geil. Es gab mir einfach das schöne Gefühl, auch für ihn wichtig zu sein. Kurz darauf entledigte er sich dieses Textil und ich, da ich ja schneller bin als er, nutze die Zeit, um auch meinen Slip loszuwerden.
Was ich dann tat, könnte man allgemein gesehen als wichsen betrachten. Wer mich aber kennt weiß, es hat mir dem, was ich unter wichsen verstehe, nichts zu tun. Ich rieb ihn, aber sehr langsam und intensiv. Dabei küssten wir uns wieder sehr leidenschaftlich. Max zuckte auch nicht oder wand sich, wie er es normalerweise tat. Auch das war wieder anders und wirklich wunderschön. Normalerweise will ich dann auch irgendwann blasen, aber in dem Moment kam mir das nicht einmal in den Sinn.
Irgendwann rollte mich Max auf den Rücken und sich direkt auf mich. Er küsste mich wieder mit dieser innigen Leidenschaft und drang dabei in mich ein. Seine Bewegungen waren langsam, aber irgendwie sehr intensiv. Mein Kopf schaltete auch nicht um, so wie er es sonst immer tut. Ich war kein Objekt. Wir schliefen miteinander und fickten nicht. Allerdings sage ich auch gleich, da war nichts mit zwei Körper, die verschmelzen oder so ein Quatsch. Wir schliefen einfach miteinander und das fühlte sich so toll und richtig an.
Beim küssen, während er immer wieder langsam in mich eindrang, streichelte ich auch wieder seinen Rücken, ohne meine Nägel zu benutzen. Ich stöhnte dabei auch nicht wirklich. Es war mehr dieses Gefühl in der Brust als das in meinen Lebenden, weshalb es mir in dem Moment so gut ging. Mein Kopf bekam das, was er sich den ganzen Tag gewünscht hatte. Zuneigung, Geborgenheit, Sicherheit und das war einfach unglaublich schön.
Max küsste dabei auch oft wieder meinen Hals und wenn er mich nur anschaute, streichelte ich ihm über die Wange. Das er beim eindringen so langsam war, fühlte sich dazu auch noch irgendwie so richtig an. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll. Wild und heftig wäre in dem Moment einfach falsch gewesen. Ich wollte ja nicht befriedigt werden, ich wollte geliebt werden, wenn ich das jetzt schreiben kann ohne den Eindruck zu erwecken, ich wäre doch verliebt.
Es ging eine gefühlte Ewigkeit so, auch wenn es mir nur wie Minuten vorkam. Im Sommer wäre es wohl draußen schon hell geworden, so lange schliefen wir gefühlvoll und innig miteinander. Doch irgendwann drang Max dann tief in mich ein, küsste mich innig und ich spürte, wie er in mir pumpte. In dem Moment war der Wunsch, genau jetzt geschwängert zu werden fast übermenschlich. Aber, bei Max ist da ja nichts zu holen.
Als er aber kam, ich ihn in mir spürte und alles so wunderschön war, kam dann auch ich. Verhalten, im Gegensatz zu meinen normalen Orgasmen, aber so war es in dem Moment einfach nur perfekt. Wie gesagt, ich wollte ja nicht befriedigt werden. Es war der perfekte Abschluss für eine wirklich perfekte Nacht.
Blöd ist nur, die Physik interessiert sich nicht dafür. Wir hatten etwas Mühe, sein T-Shirt in die Finger zu bekommen und das schnell unter mich zu legen, damit seine Flüssigkeit nicht das Bett versaute, wo ich ja gleich schlafen wollte. Das war witzig und störte die Situation in keinster Weise.
Im Anschluss, bevor ich dann einschlief, unterhielten wir uns noch darüber. Das es ja doch anders war als sonst. Max sah das wieder pragmatisch. Das Bedürfnis danach und die Gefühle dabei kämen ja nicht von irgendwelchen gesellschaftlichen Regeln. Der Körper oder Kopf oder das Herz oder was auch immer, verlangt eben einfach danach und es gäbe keinen Grund, es dann nicht auszuleben.
Natürlich fragte ich ihn, ob sich dadurch jetzt etwas bei ihm verändert hätte. Er lachte nur leise und meinte, was hätte sich denn verändern sollen? Ich war ja schon vorher ein sehr wichtiger Mensch in seinem Leben und er sagte eben auch, dass er mich schon vorher geliebt hatte. Fügte aber, so wie ich es zur Sicherheit ja auch immer mache hinzu, dass es nicht diese Liebe sei, wie er sie bei seiner Ex-Frau und den Frauen davor hatte.
Das zeigt doch ziemlich deutlich, dass man auch ohne eine Beziehung romantisch sein kann. Schon am nächsten Tag haben wir wieder hart gefickt und ich hatte keinerlei Bedürfnis nach dieser Romantik. An dem Tag habe ich es gebraucht, es bekommen und damit war die Sache dann wieder gut. Ich habe auch kein Bedürfnis, jede Nacht bei ihm zu schlafen. Nein. Ich finde ein eigenes Bett eigentlich ziemlich toll.
Warum soll man also so etwas nur in einer Beziehung erleben dürfen oder können? Warum sollte es irgendetwas zwischen zwei Freunden ändern? Ich sehe da wirklich überhaupt keinen Grund. Zwischen Max und mir lief und läuft alles genauso wie vorher und wir hatten mittlerweile schon einige dieser Nächte. Die hatte ich auch schon mehrfach mit Natalie und sie mit Max. Nie hat sich da irgendetwas verändert. Das ist alles wieder nur so eine Kopfsache und der Kopf reagiert bei denen, die danach irgendwie ein anderes Gefühl haben oder irgendwas kaputt gegangen ist, auf die Indoktrination der Gesellschaft.
Das soll jetzt aber nicht heißen, dass Beziehungen allesamt falsch sind. Wer diesen Weg geht und damit glücklich ist, dem wünsche ich nur das Beste. Was ich aber sagen will, man braucht keine Beziehung, um geliebt zu werden.
